Vor Gericht: Gestohlener Tresor auf Rad abtransportiert

Erding - Weil er beim Abtransport eines gestohlenen Tresors half, muss ein Erdinger wegen Beihilfe zum Diebstahl im besonders schweren Fall für acht Monate hinter Gitter.

Eine Strafaussetzung zur Bewährung hat die 2. Strafkammer des Landgerichts Landshut dem 27-jährigen Lagerhelfer wegen seines umfangreichen Vorstrafenregisters versagt, wie vorher schon das Amtsgericht Erding.

Die Vorgeschichte: Eine schier unglaubliche Einbruchsserie hatte ein damals in einer Erdinger Obdachlosenunterkunft lebender und vielfach vorbestrafter 32-Jähriger von September 2009 bis Juli 2010 hingelegt. Zusammen mit einigen Spezln, aber auch im Alleingang, suchte er Getränkemärkte heim, brach aber auch in Arztpraxen ein. Für insgesamt 14 „Brüche“ hatte ihn das Amtsgericht Erding zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt.

So war er in der Nacht zum 25. August 2009 in einen Getränkemarkt an der Robert-Bosch-Straße eingestiegen, nachdem er den Maschendrahtzaun am Leergutlager aufgeschnitten und eine Metalltüre aufgehebelt hatte. Im Getränkemarkt entdeckte er einen Tresor, in dem sich 2800 Euro Bargeld befand. Allerdings war der Tresor für einen Mann zu schwer, deshalb rief der Einbrecher seinen Kumpanen, den 27-jährigen Erdinger, zu Hilfe. Gemeinsam transportierten sie den Tresor, den sie mit einer Tasche tarnten, auf einem Fahrrad in die Obdachlosenunterkunft, wo sie ihn knackten und die Beute teilten.

Vom Amtsgericht Erding war der 27-Jährige wegen Beihilfe zum Diebstahl in besonders schwerem Fall zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Eine Strafaussetzung zur Bewährung war ihm angesichts seiner Vorstrafen versagt worden, darunter Verurteilungen wegen räuberischer Erpressung, Betäubungsmitteldelikten und Diebstählen.

Vor dem Landgericht Landshut kämpfte der Erdinger um eine Bewährungschance. Er habe inzwischen eine feste Arbeit, eine eigene Wohnung und führe seit seiner letzten Haftentlassung ein straffreies Leben. Auch seinen Drogenkonsum habe er eingestellt, so dass seine Sozialprognose durchaus positiv sei.

Diese Auffassung teilte das Gericht nicht und verwarf die Berufung. Einige positive Aspekte wie Arbeit und Wohnung seien zwar vorhanden, allerdings könne noch längst nicht davon ausgegangen werden, dass er deshalb „gefestigt“ durchs Leben gehe, machte Vorsitzender Richter Robert Mader dem Lagerhelfer klar. Dagegen würden nicht nur seine zahlreichen und auch einschlägigen Vorstrafen sprechen, sondern vor allem auch, dass er in der Vergangenheit noch nicht eine Bewährung durchgestanden habe. Auch die dann verbüßten Freiheitsstrafen - inzwischen zusammen immerhin zweieinhalb Jahre - hätten ihn nicht vor neuen Straftaten abgehalten. (ötl)

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