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Einen Haufen leerer Kartons hinterließen die Einbrecher in der Gerlspeck-Lagerverkaufshalle. Sie packten sie alle aus und stahlen die Sportschuhe. Die Skischuhe dahinter interessierten sie nicht.

Warum packten sie die Schuhe vorher aus?

Seltsam: Hier klauten Einbrecher Sportartikel für 100.000 Euro - aber einige bestimmte ließen sie liegen

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Da hat jemand ganze Arbeit geleistet: Einbrecher sind in der Nacht auf Dienstag in die Gerlspeck-Lagerverkaufshalle in Erding eingedrungen und haben große Beute gemacht. Sie ließen vor allem Sportschuhe und Winterjacken mitgehen. Der Schaden beläuft sich auf über 100 000 Euro.

Erding - Sabine Schreder schwante nichts Gutes, als am Dienstagfrüh kurz vor sieben Uhr ihr Telefon klingelte. Dran war eine Mitarbeiterin, die ihr aufgeregt berichtete, dass das Schloss der stählernen Eingangstür zum Gerlspeck-Lagerverkaufsraum aufgebrochen worden sei. Er befindet sich im Gewerbegebiet an der Franz-Brombach-Straße in dem Gebäudekomplex, in dem auch das Ballsportcenter mit Beachvolleyball- und Soccerplätzen von Sabine Schreders Bruder Dieter Gerlspeck beheimatet ist.

„Unsere Mitarbeiterin wollte das Lager aufsperren, da hat sie den Einbruch entdeckt“, erzählt Schreder am Dienstagnachmittag noch fassungslos. Schnell war sie gemeinsam mit ihrem Mann Thomas vor Ort und verständigte die Polizei. Die Familie wohnt nur wenige Meter entfernt. „Ich hab’ gedacht, mich trifft der Schlag. Das ist erst mal ein Schock“, sagt Sabine Schreder. Seit fast zehn Jahren betreibt sie den Lagerverkauf. Sie hat ihn nach dem Tod ihres Vaters Hans Gerlspeck übernommen, der ihn vor 20 Jahren einführte.

„Gezielt nach bestimmten Warengruppen gesucht“

Nachdem sie sich einen ersten Überblick verschafft hatte, steht für sie fest: „Das muss vorher ausspioniert worden sein. Die Einbrecher haben gezielt nach bestimmten Warengruppen gesucht und einige Ständer komplett abgeräumt.“ Die Täter stahlen Sportschuhe der Marken Adidas und Asics, Lowa-Bergschuhe und Dockers Herrenschuhe, Softshell- und Fleece-Jacken sowie Herren-Sporthosen. „Auch alle Winterjacken sind weg“, erzählt Schreder. Sie hingen an der hinteren, gut 20 Meter breiten Hallenwand in zwei Reihen. Die ist nun leer.

Ski, Skischuhe und Skihosen haben die Einbrecher dagegen da gelassen. Was Schreder und die Polizei verwundert: Die Täter haben die Schuhe, die sie mitgehen ließen, aus den Kartons ausgepackt. Zudem durchsuchten sie im Büro alle Schubladen. Beute machten sie hier nicht. Nur 16 Euro Getränkegeld fehlen. „Die Kaffeekasse haben sie nicht gefunden“, sagt Schreder. Dafür hatten die Einbrecher wohl Durst und stillten ihn mit Saftschorlen, die sie im Büro fanden. Zwei Sommerreifen-Sätze mit Felgen nahmen sie auch noch mit. „Die müssen mit einem großen Lkw da gewesen sein. Ein normaler Lieferwagen hat da nicht gereicht“, sagt Sabine Schreder.

Mit zwei Mitarbeiterinnen hat sie gestern schon mit der Inventur begonnen, um die genaue Schadenshöhe für die Versicherung zu ermitteln.

Anton Altmann, Leiter der Polizeiinspektion Erding, schätzt den Schaden auf 105 000 Euro. Auch er geht davon aus, dass „der Abtransport mit einem Transporter oder mehreren Fahrzeugen erfolgt sein müsste“. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer in der Nacht auf Dienstag verdächtige Beobachtungen gemacht hat, melde sich unter Tel. (0 81 22) 96 80. Mehrere Beamte waren am Dienstag zur Spurensicherung vor Ort.

Die Polizei werde die Tat in Erding mit anderen, ähnlich gelagerten Einbrüchen in Oberbayern vergleichen, kündigte Altmann an. Auch Verkaufsforen im Internet würden überprüft. Allerdings könne es auch sein, dass die Waren ins Ausland geschafft wurden.

Der Einbruch ist der zweite mit großer Beute binnen weniger Monate in Erding. Erst Mitte Oktober hatten Unbekannte Unterwäsche und Dessous im Wert von mindestens 50 000 Euro im Wäschehaus Gruber am Rätschenbach gestohlen (wir haben berichtet).

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