Der Beirat des Hospizvereins Erding (v. l.): Nikolaus Hintermaier, Vize-Bürgermeisterin Petra Bauernfeind, Michaela Hess-Sauer (neu), Vorsitzender Dr. Johannes Schollen, Pfarrerin Andrea Oechslen, OB Max Gotz, 2. Vorsitzende Ottilie Kober, Beisitzerin Gertraud Lippe und Schriftführerin Eva Maria Geisel. Nicht auf dem Bild: Gerd Hohlbach, Ruth Preuße, Jörg Kaiser, Doris Minet und Franz Gasteiger.
+
Der Beirat des Hospizvereins Erding (v. l.): Nikolaus Hintermaier, Vize-Bürgermeisterin Petra Bauernfeind, Michaela Hess-Sauer (neu), Vorsitzender Dr. Johannes Schollen, Pfarrerin Andrea Oechslen, OB Max Gotz, 2. Vorsitzende Ottilie Kober, Beisitzerin Gertraud Lippe und Schriftführerin Eva Maria Geisel. Nicht auf dem Bild: Gerd Hohlbach, Ruth Preuße, Jörg Kaiser, Doris Minet und Franz Gasteiger.

Hospizverein Erding freut sich über mehr Mitglieder, Helfer und eine hohe Spende

Geschätzte Begleiter

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
    schließen

Neue Geschäftsstelle, mehr Mitglieder und Hospizbegleiter, eine 200 000-Euro-Spende: Hinter dem Christophorus Hospizverein Erding liegt ein ganz spezielles Jahr.

Erding – Die wertvolle Arbeit des Christophorus Hospizvereins (CHV) Erding in Stadt und Landkreis wird sehr geschätzt. Das wurde in der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend deutlich. Die Zahl der Mitglieder (475) und Hospizbegleiter (65) steigt stetig. Und auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung reißt nicht ab.

In den großzügigen Räumen der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde am Kletthamer Feld hatten sich rund 40 Mitglieder des CHV unter Corona-Bedingungen getroffen. Vorsitzender Dr. Johannes Schollen blickte kurz auf das vergangene Jahr zurück, in dem viel passiert ist. So hat der Verein sein 25. Jubiläum gefeiert. Dazu fand im Oktober eine dreitägige Veranstaltung mit Ausstellung im Frauenkircherl statt.

Außerdem wurden an der Münchener Straße 94 neue Räume bezogen. Umbau, Ausstattung und Möblierung des Büros (95 000 Euro) und die neue EDV (14 000 Euro) waren neben den Personalkosten (145 000 Euro) denn auch die größten Ausgabeposten im vergangenen Jahr. Dazu kamen der Kauf von zwei Autos, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und einiges mehr.

Kassier Michael Gruber hatte alle Zahlen detailliert aufgelistet und berichtete von Gesamtausgaben in Höhe von 370 000 Euro. Dem gegenüber standen Einnahmen von 485 000 Euro. Gruber sprach von einem „finanziell sehr speziellen Jahr 2019“. Das lag nicht nur am Umzug, sondern vor allem an einer großen Erbschaft. „So was hat es in der Vereinsgeschichte noch nie gegeben“, sagte Gruber. Eine alleinstehende Dame hatte dem Verein rund 200 000 Euro vererbt. Bei der Finanzierung der zahlreichen Aufgaben des Vereins spielt neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen vor allem die Förderung durch die Krankenkassen eine Rolle.

Der CHV nimmt sich der Bedürfnisse und Nöte Schwerkranker und ihrer Angehöriger an, begleitet Menschen in ihrer letzten Lebensphase. 322 Bürger hat der Verein im vergangenen Jahr auf vielfältige Weise unterstützt – zuhause, in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Vieles davon war heuer während des Corona-Lockdowns nicht möglich, bedauerte Schollen: „Corona war psychisch am schlimmsten für diejenigen, die in den stationären Pflegeeinrichtungen isoliert waren. Sie haben ihre Angehörigen vermisst, Heimveranstaltungen mussten abgesagt werden.“ Lange hätten auch die ehrenamtlich tätigen Hospizbegleiter keinen Zutritt erhalten – „und wenn, dann ganz vermummt mit Kittel“. Dies hätten die an Demenz Erkrankten nur schwer oder gar nicht verstanden.

Erfreulich bezeichnete es Schollen, dass das Sophienhospiz am Erdinger Sternweg im Bau sei. Dort werde ein Teil der Hospizbegleiter ins Betreuerteam eingebunden. Ende 2019 schlossen zwölf Frauen und drei Männer ihre Ausbildung zu Hospizbegleitern ab. Damit erhöht sich die Zahl der Ehrenamtlichen im Verein auf 65.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit sind Vorträge und Infosprechstunden zu Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht, die Trauerbegleitung inklusive Wanderungen und Trauercafé.

In der Versammlung wurde nach der Entlastung des Vorstandes der zehnköpfige Beirat neu gewählt. Neu darin ist Michaela Heß-Sauer, seit 2016 Leiterin des Fischer’s Seniorenzentrums in Erding, das mittlerweile eng mit dem Hospizverein zusammenarbeitet. Heß-Sauer ersetzt im Beirat Elke Holl, die nach München gezogen ist.

Auch interessant

Kommentare