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Aus Brachland wird Shopping-Meile: 23 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind in Erding-West neben dem Discounter Lidl möglich. Noch weiter entgegenkommen will die Stadt dem Investor aber nicht.

Gewerbegebiet Erding-West

Stadtrat lehnt größere Verkaufsflächen ab

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Die Stadt Erding hat einen Investor in Erding-West kompromisslos ausgebremst. Im Geviert zwischen Sigwolf-, Johann-Auer- und Anton-Huber-Straße darf weder die Verkaufsfläche nochmalig vergrößert werden, noch wurde eine neuerliche Sortimentsänderung gestattet.

Erding - Das Gewerbegebiet Erding-West gibt es seit 2008. Lange Zeit waren die Investoren mit ihrer Politik nachträglicher Änderungen erfolgreich. Sowohl Verkaufsflächen als auch Sortimente entsprachen nach dem Bau selten dem, was der jeweilige Bebauungsplan ursprünglich vorgesehen hatte. Mittlerweile ist das Areal fast voll, es gibt aber noch einige Entwicklungsflächen. Im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats ging es am Donnerstag um den Bebauungsplan 168 II für das Gebiet zwischen Sigwolf-, Anton-Huber- und Johann-Auer-Straße. Einen Discounter sowie einen Bio- und einen Elektromarkt gibt es dort schon. Christian Famira-Parcsetich vom Stadtplanungsamt berichtete, dass eine Gesamtverkaufsfläche von 23 300 Quadratmetern sowie ein Hotel mit 150 Zimmern laut Bebauungsplan zulässig seien. Auch erinnerte er daran, dass man den Plan 2011 schon einmal geändert habe. Damals sei die Verkaufsfläche um stolze 49 Prozent oder 7600 auf 23 300 Quadratmeter angehoben worden. Doch das reicht dem Investor nicht. Er beantragt laut Famira-Parcsetich zum einen eine Sortimentsänderung, zum anderen eine erneute Flächenaufstockung um sieben Prozent oder 1647 auf 24 947 Quadratmeter. Zulässig sind in dem Gebiet neben Discounter, Bio- und Elektromarkt unter anderem ein Lebensmittelgeschäft, ein Bekleidungsmarkt, eine Drogerie, eine Metzgerei, ein Schuhgeschäft, ein Sporthaus, ein Gartencenter und ein Zoo-Fachmarkt. Hinzu kommt besagtes 150-Betten-Hotel. Das hätte der Investor gerne gestrichen. Deutlich größer ausfallen sollen hingen die Flächen für den Lebensmittelmarkt (plus 1085 auf 3985 qm) sowie für das Sportgeschäft (plus 2140 auf 5140 qm). Eine Reduzierung beantragte der Investor unter anderem beim Drogeriemarkt (minus 664 auf 931 qm), beim Elektromarkt (minus 799 auf 1701 qm) und beim Gartencenter (minus 500 auf 4000 qm). Rasch wurde deutlich, dass sich der Investor diesmal eine Abfuhr einholen würde. Famira-Parcsetich betonte mehrmals die strikt ablehnende Haltung der Verwaltung. Er erinnerte an den Grundsatz, bei Bebauungsplänen die Zahl der maximal zulässigen Verkaufsflächen nicht zu erhöhen. Die Eigentümer wüssten bei Vertragsabschluss, „was auf ihren Flächen künftig möglich und realisierbar ist“. Einen Kompromiss schlug Famira-Parcsetich vor: „Ein Tausch von Verkaufsflächen untereinander unter Einhaltung der Gesamtverkaufsfläche von 23 300 Quadratmetern sollte ermöglicht werden.“ Doch selbst dazu waren die Stadträte nicht bereit. Redner quer durch die Fraktionen, darunter Hans Balbach, Hugo Gruber (Erding Jetzt), Hubert Sandtner, Alois Flötzinger, Thomas Schreder (CSU) und Jutta Harrer (SPD), störten sich nicht nur am neuerlichen Expansionsdrang und dem weiteren Versuch, eine Sortimentsänderung zu erreichen. Sie verwiesen zudem auf den hohen und mit einer Planänderung weiter steigenden Anteil an innenstadtrelevanten Sortimenten auf der Grünen Wiese, etwa Schuhe und Sportartikel. Diskutiert wurde auch, ob der Wegfall des Hotels durch zusätzliche Verkaufsflächen kompensiert werden könnte. Stadtbaumeister Sebastian Henrich warnte davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Auf die Frage von Herbert Maier (Grüne) erklärte der Chef des Bauamts jedoch, dass ab dem ersten Stock Büroflächen zulässig seien. Nach ihnen besteht in Erding eine starke Nachfrage. Vor der Beschlussfassung gab sich OB Max Gotz (CSU) nicht mal mehr die Mühe, ein Abstimmungspaket zu schnüren. Der Vorschlag, nach dem alles so bleibt wie bisher, wurde einstimmig angenommen. Gotz stellte klar, Bebauungsplanänderungen in Erding-West künftig möglichst gar nicht mehr auf die Tagesordnung zu setzen. Diese Debatten seien überflüssig. Zudem werde die Verwaltung unnötig belastet.

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