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Von Bäumen umrahmt werden wird das neue, erweitere Gewerbegebiet rund um den alten Obi-Markt (heute Indoorspielplatz). Die grauen Flächen markieren die mögliche Bebauung. Das Areal links des diagonal verlaufenden Grünzugs kommt neu hinzu. An dem Kreisverkehr zwischen Erdino und Rewe-Markt stellt sich die Stadt einen „architektonischen Hochpunkt“ als Entree ins Gewerbegebiet vor.

Wieder Pläne für ein Möbelhaus – Indoor-Spielplatz kann vorerst bleiben – Turm am Kreisel?

Gewerbegebiet Erding-West wird erweitert

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Im Westen schon wieder was Neues: Das Gewerbegebiet Erding West wird noch einmal erweitert, und zwar an der Stelle, an der die Entwicklung vor Jahrzehnten begonnen hatte – rund um den alten Obi.

Erding – Der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates nahm einen ersten Entwurf des Bebauungsplans 242 „Westlich der Johann-Auer-Straße/östlich Kletthamer Feld“ am Dienstagabend zustimmend zur Kenntnis. OB Max Gotz (CSU) sprach vom „Einstieg in die vertiefte Planung“.

Lolita Liening vom Stadtplanungsamt berichtete, dass nicht nur der alte Obi-Baumarkt überplant werden solle, in dem sich heute neben Büros der Indoor-Spielplatz Erdino und ein Spielsalon befinden. In diesem Zuge soll eine weitere gewerbliche Entwicklung ermöglicht werden. Die größte Entwicklungsfläche schließt sich nordöstlich des alten Baumarktes an.

Bestandteil des Bebauungsplans ist eine neue Ost-West-Verbindung südlich des Lagers des Erdinger Weißbräus, die dem vor einigen Jahren neu errichteten Kreisel neben dem Rennweg Center erst einen Sinn gibt. Die östlichen Baufenster werden vor allem straßenbegleitend zur Johann-Auer-Straße (Achse in den West-Erding-Park) ausgerichtet, kündigte Liening an – „um der Straße eine städtebauliche Fassung zu geben“.

Einen so genannten „architektonischen Hochpunkt“ stellt sie sich für die Fläche direkt an dem Mini-Kreisel vor. Das könnte ein besonders markantes oder hohes Gebäude sein.

Der diagonal durch das Plangebiet verlaufende Grünzug, der derzeit den Erdino-Parkplatz abschließt, soll erhalten werden. Er gilt laut Gotz als ökologisch wertvoll und schützenswert. Das Planungsamt will ihn aber im Norden und Süden mit kleinen Plätzen sowie einer geschlossenen symmetrischen Bepflanzung zusätzlich aufwerten, kündigte Liening an.

Folgende Nutzungen sind für das Gewerbegebiet vorgesehen: Betriebe aller Art, Büroflächen und Anlagen für sportliche Zwecke. Ausnahmsweise zulässig sollen Betriebsleiterwohnungen sowie kulturelle, soziale und gesundheitliche Einrichtungen sowie Vergnügungsstätten sein. Tankstellen werden hingegen ausgeschlossen.

Herbert Maier erkundigte sich nach dem Auslöser des Bebauungsplans und nach der Zukunft des Indoor-Spielplatzes. Gotz und Liening erwiderten, dazu sei ihnen bislang nichts bekannt. Allerdings weise man bewusst großzügige Baufenster aus, die auch größere Neubauten ermöglichen.

Nach Recherchen unserer Zeitung hat der frühere Eigentümer Egon Lechner, Gründer des E & C Centers (heute Rewe) den alten Baumarkt bereits vor fünf Jahren verkauft. Neuer Eigentümer ist der Münchner Immobilienmakler Leonid Resmann. Er sagte dem Erdinger Anzeiger: „Ich plane einen Bürokomplex. Aber auch ein Möbelhaus oder eine Unternehmenszentrale sind denkbar.“ Das Erdino werde zumindest kurzfristig nicht geschlossen. „Der Vertrag läuft noch mehrere Jahre und kann möglicherweise verlängert werden. Vorher wird hier nichts passieren.“ Über mögliche neue Nutzer konnte Resmann noch nichts sagen. Man stehe noch ganz am Anfang. Offen ist, ob die Tiefgarage unter dem Erdino bleibt, was einen Neubau ähnlich wie bei der Sparkassen-Hauptverwaltung am Alois-Schießl-Platz verkomplizieren würde.

Hans Fehlberger (FW) hielt den Grünzug zwar ebenso für schützenswert, wies aber darauf hin, dass er wie eine Barriere wirke, die für Betriebe ein Hemmnis darstellen könnte. Liening erklärte dazu, dass Durchbrüche möglich seien. „Dann werden wir aber wohl einen Ausgleich schaffen müssen.“

Hans Balbach (Erding Jetzt) wies auf ein Mineralöllager in diesem Bereich hin und erkundigte sich nach möglichen Altlasten. Gotz meinte, dieses Lager sei weiter nördlich gelegen gewesen. Liening berichtete, die Altlastenfrage werde im Zuge des Bebauungsplanverfahrens geklärt.

Der Ausschuss stimmte dem Entwurf zu, der nun ins Verfahren geht, demnächst erfolgt die erste öffentliche Auslegung. Um die Planung nicht zu gefährden, beschloss der Ausschuss zudem eine für zwei Jahre geltende Veränderungssperre.

ham

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