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Gewerbegebiet: "Mit Tunnelblick auf die Autobahn"

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Kämpfer gegen das geplante Gewerbegebiet: (v. l.) Birgit Ehren mit Tochter Nina, Erdings Kreisrätin Helga Stieglmeier, Anwohner Franz Sellmeir, Freisings Kreisrat Toni Wollschläger und MdL Christian Magerl. foto: niedergesäss
Kämpfer gegen das geplante Gewerbegebiet: (v. l.) Birgit Ehren mit Tochter Nina, Erdings Kreisrätin Helga Stieglmeier, Anwohner Franz Sellmeir, Freisings Kreisrat Toni Wollschläger und MdL Christian Magerl. foto: niedergesäss

Langenpreising - Der Grüne Widerstand gegen das neue Gewerbegebiet in der Pottenau formiert sich.

Der Schuss könnte auch nach hinten los gehen. Statt erhoffter Einnahmen durch die Gewerbesteuer bestehe die große Gefahr, sich über Jahre in großem Umfang zu verschulden, ist sich Toni Wollschläger sicher. „Statt in die Schule oder Kindergärten fließt das ganze Geld in ein finanzielles Abenteuer. Zu diesem wird das geplante Gewerbegebiet für die Gemeinde Langenpreising“, warnten gestern zwei Grünen-Politiker, der Freisinger Kreisrat Wollschläger und Christian Magerl, der Vorsitzende des Umweltausschusses im Bayerischen Landtag.

Wie berichtet, will die Kommune im Bereich der Ortschaft Pottenau, beiderseits der Staatsstraße 2850, ein 17,5 Hektar großes Gewerbegebiet ausweisen. Teuer werde es zum einen, weil die Kommune erst um die fünf Hektar besitze, die übrige Fläche müsste noch erworben werden, so Magerl und Wollschläger. Zum anderen liege das Gebiet sehr weit von der Kläranlage entfernt.

Es gebe zwar noch kein Erschließungskonzept, doch sicher sei, dass der Anschluss an die Kläranlage sehr teuer und aufwändig werde. „Das kann die Gemeinde kaum stemmen. Dafür braucht es einen Groß-Investor, der die Kosten übernimmt“, sagte Wollschläger. Das widerspreche der Aussage von Langenpreisings Bürgermeister Peter Deimel, der in diesem Bereich „arbeitsplatzintensives Kleingewerbe“ ansiedeln wolle.

„Die Gemeinde hat ein legitimes Recht, sich weiterzuentwickeln“, sagte Wollschläger. „Aber hier bestimmt der sture Tunnelblick auf die nahe Autobahnausfahrt die Entscheidung. Es fehlt an einem vorausschauenden und nachhaltigen Konzept für eine langfristige Entwicklung.“ So gebe es die Chance wie in Fraunberg leerstehende Bauernhöfe für gewerbliche Zwecke zu nutzen. Die Kommune habe obendrein bereits zwei Gewerbgebiete mit zusammen etwa elf Hektar, die gerade in der Planung seien.

Wollschläger und Magerl forderten die Gemeinde auf, von ihren Absichten Abstand zu nehmen. „Die Planung steht den Belangen des Naturschutzes entgegen. Mitten im regionalen Grünzug, direkt an der Sempt, soll hier wertvolle Natur und Heimat zubetoniert und verfrühstückt werden“, erklärten sie.

Betroffen ist auch die Familie Ehren. Sie lebt auf einem Bauernhof, der künftig vom Gewerbegebiet eingeschlossen ist. „Als wir den Hof kauften, war davon nicht die Rede. Sonst hätten wir ihn nicht erworben. Wir wollten Ruhe, frische Luft und unverbaute Natur“, sagte Birgit Ehren.

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