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Vertrag unterzeichnet: OB Max Gotz, Paul Michael (Stadt), Georg Selbertinger und Bernhard Multerer (Telekom/v. r.).  

Telekom 

Glasfaser erobert die Dörfer

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Erding – Bis Herbst 2017 wird das gesamte Stadtgebiet von Erding mit schnellem Internet versorgt sein. Aber auch an der Peripherie wird dem Datentransfer auf die Sprünge geholfen. Das Glasfaserkabelnetz erobert die Kreisstadt und seine Außenorte – freilich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Leistungen.

Erding ist für die Telekom ein interessantes Gebiet. Deswegen hat sich der magentafarbene Riese hier für den so genannten Eigenausbau entschieden. An 54 Stellen im Stadtgebiet werden seit Frühjahr Verteilerkästen aufgestellt, um das Internet zu beschleunigen. Die Telekom setzt dabei aufs so genannte Vectoring, quasi ein Tuning der bestehenden Kupferleitungen. Das Ziel sind 100 Mbit im Down- und 40 Mbit im Upload.

Telekom-Regionalmanager Bernhard Multerer sagte gestern vor der Presse, dass einer von sechs Versorgungsringen schon angeschlossen worden sei. Davon profitieren laut Netzbetreiber unter anderem die Altstadt, der Bereich um den Bahnhof und die Haager Vorstadt. 2000 von 15 000 Haushalten könnten die neue Technologie bereits nutzen, so Multerer. Ein zweiter Ring folge im Frühjahr, versprach sein Kollege Maik Ziemens. Warum der Ausbau bis Herbst 2017 dauern wird, hat die Telekom laut Multerer nicht zu verantworten. „Leider ist uns eine Tiefbaufirma ausgefallen. Nun müssen wir einen neuen Partner für die Baustellen unter anderem in Erding finden. Wir wollen aber so schnell wie möglich fertig werden.“ OB Max Gotz machte ebenfalls Druck: „Die Bürger wollen das, und sie brauchen es – Stichwort Home Office.“

Gotz hakte auch bei der Breitband-Anbindung der Gewerbegebiete nach. Multerer sagte, bei neuen Arealen werde in 90 Prozent der Fälle Glasfaser bis ins Haus verlegt. In bestehenden könnten entweder staatliche Förderprogramme zum Ausbau in Anspruch genommen oder mit der Telekom individuelle Lösungen vereinbart werden.

Auch in einigen Außenorten der Kreisstadt wird das Internet schneller. Die Telekom hat den Zuschlag für den Netzausbau in Eichenkofen, Langengeisling, Siglfing, Werndlfing, Bergham und Aufhausen bekommen. Gestern wurden die Verträge unterzeichnet. 400 Haushalte sollen laut Multerer profitieren, wenn die zehn Kilometer zusätzliche Glasfaserkabel verlegt und acht Verteiler installiert sind. Allerdings werden hier nur bis zu 50 Mbit im Download und zehn Mbit im Upload möglich sein. „Die EU erlaubt uns beim Vectoring aus wettbewerbsrechtlichen Gründen leider nicht, die volle Leistung auszuschöpfen“, bedauerte Multerer.

Gotz und Multerer lobten vor allem die hohen Zuschüsse des Freistaats. Die Stadt investiert 230 000 Euro, die Telekom einen „höheren Millionenbetrag“. 

Hans Moritz

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