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Schraubt gerne an Autos rum: Christopher Guttmann lässt sich in Erding zum Kfz-Mechatroniker ausbilden.

Ausbildung

Gleich das erste Bewerbungsgespräch passt

Erding - Im Herbst beginnt auch im Landkreis traditionell die Ausbildung. Wie vielfältig sie ist, zeigt unser Besuch bei der Firma Spetec, dem Autohaus Ewald und der Raiffeisenbank Taufkirchen.

Magdalena Ertl aus Neuching hat ihren perfekten Ausbildungsplatz gefunden. Sie lernt Technische Produktdesignerin bei der Firma Spetec in Erding-Aufhausen. Die 20-Jährige hatte sich schon in der Realschule fürs Technische Zeichnen interessiert und sich nach einer kaufmännischen Lehre für eine neue Berufsrichtung entschieden. Spetec habe ihr als lokales Unternehmen sehr zugesagt, und so habe sie sich dort beworben. „Die Atmosphäre ist sehr familiär“, sagt die junge Neuchingerin. Sie habe sich sofort wohlgefühlt.

Die Firma Spetec konstruiert Reinräume, stellt Laborausstattung her und fertigt Laserschutzeinrichtungen. Ertl ist als angehende Produktdesignerin für die Konstruktion von CAD-Modellen, das rechnerunterstützte Konstruieren von Produkten, zuständig. Spetec-Prokuristin Ruth Rickert-Kreikemeier und Franziska Glas, Leiterin der Betriebsorganisation, freuen sich, dass Ertl den von Männer dominierten Bereich des Produktdesigners auffrischt. „Wir müssen komplexe Vorgaben der Kunden umsetzen, und das kann eine Frau mindestens genau so gut wie ein Mann“, betont Rickert-Kreikemeier.

„Magdalena wird in den nächsten Wochen viele neue Gebiete kennen lernen und die einzelnen Fertigungsabteilungen erkunden“, erklärt Glas. Sie ist zuversichtlich, dass sich Ertl gut ins Unternehmen einbringen wird. „Hier sind alle sehr motiviert. Man merkt, dass jeder am Gesamtergebnis interessiert ist.“ Ein Studium kommt für Ertl zumindest in naher Zukunft nicht infrage. „Ich wollte eigentlich schon immer gleich arbeiten“, sagt die 20-Jährige.

Im Autohaus Ewald in Erding sind derzeit fünf Lehrlinge beschäftigt. Einer von ihnen ist Christopher Guttmann, der im September seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen hat. Der 18-Jährige kommt aus Erding, hat seine Mittlere Reife aber in München gemacht. Er habe sich zum einen wegen der Nähe des Betriebs zu seinem Wohnhaus und zum anderen wegen des familiären Betriebsklimas für das Autohaus entschieden. „Früher war ich oft mit meinem Vater hier, weil wir einen Ford gefahren sind. Mir hat es hier immer gut gefallen“, sagt Guttmann. Sein Vater habe in ihm auch das Interesse für das Herumbasteln an Autos geweckt. „Ich habe mich auch bei anderen Autohäusern beworben, wurde aber hier genommen und bin darüber sehr froh“, so Guttmann. In seiner Freizeit ist er Handball-Torwart bei der SpVgg Altenerding.

Im Autohaus lerne er viel über die Fehlerdiagnose mithilfe der Auto-Software, die richtige Anwendung von Werkzeugen und den Kundenservice. „Der Beruf des Kfz-Mechatronikers ist viel komplexer und schwieriger geworden – wegen der ganzen Elektronik, die in die Autos verbaut wird“, erzählt Daniel Duftschmid, stellvertretender Ausbildungsleiter. Guttmann interessiert sich sehr für die Diagnose und die Fehlersuche. „In der Berufsschule lernen wir erst die theoretische Funktion der Fehlerdiagnose, die wir dann in der Praxis an den Autos anwenden können. Am besten ist natürlich, wenn das Auto wieder fehlerfrei läuft.“

Bei der Raiffeisenbank Taufkirchen wird Sandra Bauer aus Haidvocking bei Dorfen zur Bankkauffrau ausgebildet. „In der Realschule hatte ich schon Betriebswirtschaftslehre. Das hat mich immer sehr interessiert“, erzählt die 16-Jährige. Nach einem Praktikum in der Raiffeisenbank hatte sie sich bei fünf Banken beworben. „In Taufkirchen hatte ich mein erstes Bewerbungsgespräch und bin dort gleich übernommen worden“, so Bauer. Das Arbeitsklima sei sehr angenehm, die Kollegen außerordentlich hilfsbereit. „Wenn man Fragen hat, kann man sie immer stellen und bekommt hilfreiche Antworten“, erzählt sie. Bauer hat schon einige Abteilungen gesehen – etwa das Marketing oder den Kundenservice. „Überweisungen kann ich schon allein tätigen“, freut sich Bauer.

Ihre Freizeit verbringt sie gerne bei der Landjugend Oberdorfen und im Winter beim Skifahren. Eine Freundin, die ebenfalls Bankkauffrau lernt, geht mit ihr in die gleiche Berufsschulklasse. Bauer: „Die Hälfte meines Freundeskreises geht auf die FOS, die andere macht eine Ausbildung.“ (Alexander Lotz)

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