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Osterlamm, Eier, Brot, Osterschinken und -Fladen liegen in den Körben, die am Ostersontag geweiht werden.

Osterbräuche

Glücksbringer Ei und gesegnete Speisen

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Landkreis Erding - Antlaßei, Osterhase, Emmausgang: Rund um das Osterfest gibt es jede Menge althergebrachte Bräuche. Manches ist heute noch fast alltäglich, anderes scheint längst vergessen.

Es ist nie verkehrt, sich einmal darüber Gedanken zu machen, woher das alles kommt, was wir fast selbstverständlich mit Ostern verbinden. Wir sprachen mit Sandra Angermaier, Geschäftsführerin des Kreisvereins für Heimatschutz und Denkmalpflege, über kirchliche und weltliche Bräuche.

Karfreitag

An Karfreitag gedenkt man des Kreuzestodes Jesu Christi. „Bis heute ist der Karfreitag ein strenger Fastentag“, sagt Angermaier. Früher gab es dann oftmals so genannte Passionsspiele, bei denen die Leidensgeschichte Jesu nachgestellt wird. „So konnte auch jeder, der das Latein der Messe nicht verstand, anschaulich an der Passion teilhaben.“

Karsamstag

Traditionell werden am Karsamstag Osterbrot und Osterlamm gebacken sowie Ostereier gefärbt. Die Brote, süß oder salzig, bringt man zusammen mit Lamm und Eiern am Ostersonntag zur Speisenweihe. Der Laib, in das vor dem Backen ein Kreuz geritzt wird, erinnert an das Brechen des Brotes beim letzten Abendmahl. Das Osterlamm (Agnus Dei) ist ein Symbol für Jesus Christus. Gekennzeichnet mit der Siegesfahne, steht es für die Auferstehung Christi.

Die Ostereier werden als Symbol von Fruchtbarkeit, Freude und Frühling bunt gefärbt. „Die Eier waren das erste Bunte im neuen Jahreslauf, standen für den Beginn des Lebens in der Natur und den Sieg über alles Dunkle“, erklärt Angermaier. Noch vor 60 Jahren nutzte man nur Pflanzenfarben – Brennessel für Grün, rote Beete für Rot, Zwiebelschalen für Braun. „Den Farben wurden auch Wünsche zugeordnet. Rot für die Liebe, für Jesus. Grün für das Leben, die Fruchtbarkeit und guten Ernteertrag. Gelb für die Anstrengung, damit sich die Mühe der harten Arbeit lohnt“, weiß die Heimatkundlerin.

Ostersonntag

„Leider hat der katholische Gottesdienst ein wunderbares Schauspiel verloren“, sagt Angermaier: das Hochziehen des auferstandenen Christus. Vor Beginn der Osternacht wurde von den Ministranten der im Heiligen Grab liegende Jesus entfernt. Um den Gläubigen zu zeigen, dass Christus auferstanden ist, hat man eine Christusfigur mit Siegerfahne hochgezogen.

„Dabei wurden das erste Mal wieder die Glocken geläutet. Das Glockengeläut gibt es bis heute“, berichtet Angermaier.

Erhalten geblieben ist jedoch die Speisenweihe, die während der Osternacht und des Gottesdienstes am Ostersonntag stattfindet. Osterlamm, Eier, Brot, Osterschinken und mehr werden – in besonders mühevoll dekorierten Körben vor der Messe vor dem Altar abgestellt – geweiht und zu Hause beim Osterfrühstück verzehrt. Das Essen von geweihten Speisen soll den Segen verstärken und den Menschen schützen.

Ostermontag

Am Ostermontag wird gerne spazieren gegangen – man geht Emmaus in Erinnerung an den Gang der Jünger nach Emmaus, denen sich Jesus Christus unerkannt anschloss. „Diese Spaziergänge enden meist in einer Gaststätte beim Essen“, erklärt Angermaier. Man erinnere sich so an Jesus, den die Jünger erst am Brotbrechen erkannten.

Osterhase

In manchen Gegenden brachten einst Kuckuck, Hahn oder Fuchs die Ostereier. Heute hat sich der Osterhase durchgesetzt. Die Ursprünge der Verbindung von Hase, Ostern und Eiern sind jedoch unklar. „In Byzanz war der Hase ein Symbol für Christus“, sagt Angermaier. Er gilt zudem als fruchtbares Tier, das mit seinem Nachwuchs im Frühling auf Futtersuche trotz seiner üblichen Scheu in die Nähe der Menschen kam. Durch dieses ungewöhnliche Verhalten wurde ihm wohl das Ablegen der Ostereier angedichtet.

Vroni Macht

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