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Die Problematik der Sonntagsarbeit war ein Thema in der Maikundgebung des DGB (v. l.): Gastredner Wolfgang Veiglhuber, Gewerkschaftsurgestein Willi Scheib und Oberbürgermeister Max Gotz.

DGB-Maikundgebung 

Gotz: „Die Unebenheiten werden behoben“

Erding - Die „Unebenheiten“ der Kommunalpasskarte für Flüchtlinge sollen behoben werden. Das kündigte Erdings Oberbürgermeister Max Gotz bei der Maikundgebung des DGB im Mayr-Wirt an.

Gegenwind von allen Seiten bläst dem Landratsamt mit Landrat Martin Bayerstorfer an der Spitze wegen der Einführung des Kommunal Passes für Asylbewerber entgegen. Die umstrittene Einführung sprach Oberbürgermeister Max Gotz am Sonntag beim DGB kurz an. Er sagte, die Unebenheiten würden geregelt.

Lob erntete Erdings OB für seine kritische Position zu den verkaufsoffenen Sonntagen. Gewerkschaftsurgestein Willi Scheib sagte, die Entscheidung des Stadtrats, die Sonntagsöffnungszeiten restriktiver zu handhaben, sei ein „Schritt in die richtige Richtung“. Wenn man das Ladenschlussgesetz lese, sei es gar nicht so schwer, hier die richtige Richtung einzuschlagen. Ein Zuhörer sagte spontan: „Das mit dem Sonntag war super.“ Der OB sah es als notwendig an wachzurütteln und hier die Diskussion im Detail zu führen: „Was muss an einem Sonntag sein und was nicht?“ Der Attraktivität der Stadt tue es gut, „dass diese Diskussion geführt wird“.

Ingesamt stellte Gotz „ein Stück an Faulheit in der Diskussionskultur“ fest. Es müsse auch über einige Themen ernsthafter debattiert werden. Gotz nannte als Beispiele die Rentenversicherung und die Krankenhausreform. Man müsse auch in der eigenen Region „aufpassen, dass nicht zu viele verlieren“. Die derzeitige Zinspolitik kritisierte Gotz als „Vermögenssteuer für die kleinen Sparer“.

Beim DGB hätte Gotz gerne mehr Besucher aus der Arbeitnehmerschaft gesehen. Grundsätzlich wünschte er sich, „mehr Qualität in die europäische Politik zu bekommen“.

Gastredner Wolfgang Veiglhuber vom DGB-Bildungswerk Bayern hatte als einen Themenschwerpunkt die Digitalisierung von Arbeit gewählt. Dabei gehe es nicht um gute Arbeitsplätze, sondern um Kapitalvermehrung. Von Skeptikern werde hier die ständige Erreichbarkeit, die Erhöhung des Leistungsdrucks, die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und die Stärkung der Konkurrenz unter den Arbeitnehmern als problematisch gesehen. Es müsse eine „kritische Diskussion über bestimmte Momente des Kapitalismus“ geführt werden. Auch gelte es, Instrumentarien zu überprüfen, wie sie neu justiert werden könnten.

Die Themen Flucht und Asyl würden auch in Gewerkschaftskreisen „heftig diskutiert“, so Veiglhuber. Dass Gewerkschaftsmitglieder teils die AfD wählten, sei ein wichtiger Punkt, mit dem man sich in einer vernünftigen und rationalen Diskussion auseinandersetzen müsse.

Die Tradition der Arbeiterlieder als musikalische Positionierung hielt Reinhard Harrer lebendig. Er trug sie zur Gitarrenbegleitung vor.

Vroni Vogel

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