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Das „Juwel der Altstadt“, der Schrannensaal hoch über der Stadt, war beim 4. BRK-Frühjahrsempfang bestens besucht. Der Verband zählt 11 500 Fördermitglieder.

4. BRK-Frühjahrsempfang 

Gotz: Ehrenamt ist nicht selbstverständlich

Erding - Das Bayerische Rote Kreuz in Erding hat eine neue Herausforderung zu meistern: Die Flüchtlingsbetreuung, unter anderem in Camp Shelterschleife.

Bereits zum vierten Mal hatte der BRK-Kreisverband Erding zum Frühjahrsempfang gebeten. Der Einladung in das „Juwel der Altstadt“, so bezeichnete OB Max Gotz den Schrannensaal der Sparkasse, folgten Förderer und Freunde des BRK sowie zahlreiche Vertreter der Lokalpolitik.

Mit dem Betrieb des Warteraums Asyl im Fliegerhorst ist ein weiterer Arbeitsbereich und eine neue Herausforderung für das Deutsche Rote Kreuz entstanden, bilanzierte Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden. Neben dem Krankentransport, Erste Hilfe-Kursen und der Seniorenarbeit ist fortan die Integration von Flüchtlingen zusätzlicher Bestandteil des Verbandes, der nach dem Motto „Im Zeichen der Menschlichkeit“ geführt werde.

Dabei wird laut van der Heijden ein besonderes Augenmerk auf unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge gelegt. Das Bayerische Rote Kreuz bietet außerdem im ganzen Bundesland Migrationsdienste an. An diese können sich Flüchtlinge bei Fragen zu Behördengängen und Beratungsangelegenheiten wenden. Ein weiteres Projekt steht bereits in den Startlöchern, erklärte die Geschäftsführerin. Geplant sei die Umsetzung von Asylsozialarbeit auf Landkreisebene.

Oberbürgermeister und BRK-Kreisvorsitzender Gotz würdigte das Engagement der Helfer. „Das BRK hat eine feste Verwurzelung in der Gesellschaft eines Landes, das sich durch enorme Hilfsbereitschaft auszeichnet“, sagte er und verwies dabei auf die herausragenden Dienste der Bundeswehr. Die Streitkräfte hätten dem DRK im Camp Shelterschleife laufend helfende Hände zur Verfügung gestellt. Neben der Bundeswehr und dem Roten Kreuz absolvierten Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und die Polizei regelmäßig Überstunden, um der Situation Herr zu werden. „Natürlich schaffen wir das! Wenn nicht wir, wer dann“, war sich Gotz sicher.

Er warnte aber auch davor, das Ehrenamt als selbstverständlich anzusehen. Obwohl der BRK-Kreisvorsitzende der Entwicklung in Erding optimistisch entgegenblickt, übte er Kritik an der „Großen Politik“. Hohe Standards wie der strenge Brandschutz müssen seiner Meinung nach auf ein vernünftiges Maß gesenkt werden, um Wohnraum schaffen zu können.

Auch BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer zeigte sich bei ihrem Besuch im Warteraum Asyl beeindruckt von der Willkommensatmosphäre, die unter solch schwierigen Bedingungen geschaffen worden sei. „Menschen wie Sie sind das Herz unserer Gesellschaft, und ohne Herz kann man bekanntermaßen nicht leben.“

Ulrich Sengle, Vorstandsmitglied der Sparkasse, sprach neben der sozialen auch die finanzielle Förderung des Roten Kreuzes an. Der Verband, der über 11 500 Fördermitglieder verzeichnet, werde auch in Zukunft von der Sparkasse unterstützt.

Obwohl über ernste Themen diskutiert wurde, kamen Spaß und musikalische Umrahmung nicht zu kurz. Van der Heijden und ihr Team sorgten mit dem Red Cross Song „Lifepower“ und dem Sketch „Die BRK-Familie“ für Unterhaltung.

Julia Pfeil

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