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Gotz: Finger weg von den Ringschluss-Plänen

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Erding - Nach Bekanntwerden eines zweiten Plans für die Walpertskirchener Spange wird in Erding das Für und Wider diskutiert. Bürgermeister Max Gotz will am bisherigen Konzept nicht rütteln.

Das Wirtschaftsministerium hat für die Anbindung der Regionalbahn nach Südostbayern im Rahmen des S-Bahn-Ringschlusses eine Alternativplanung vorgelegt. Wie berichtet, soll die Walpertskirchener Spange die Kreisstadt nicht im Osten etwa auf Höhe der Taufkirchener Kreuzung verlassen. Stattdessen könnten die Züge die S-Bahntrasse bis hinter Aufhausen nutzen, um dann nach Osten abzudrehen. In diesem Falle bräuchte es den geplanten Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst nicht.

In der Stadt wird jetzt diskutiert, ob diese Alternative nicht doch einen Charme hat. Tenor: Wenn der neue, millionenteure Bahnhof wegfällt, könnten die freiwerdenden Mittel umgeschichtet werden, um die Gleise durch die Stadt unterirdisch zu verlegen – eine zentrale Forderung von Politik und Bürgern.

Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt Bürgermeister Max Gotz zu, „dass das auf Anhieb einen gewissen Reiz hat“. Dennoch rät er dringend davon ab, das Fass wieder aufzumachen. Sein Appell: Es muss bei den bestehenden Plänen bleiben, für die der Stadtrat, anders als die Bahn, einen Tunnel bis Altenerding vorsieht. Dabei handle es sich um ein „städtebaulich bestechendes Konzept“.

Für diese Haltung hat Gotz mehrere Gründe: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Ringschluss und Walpertskirchener Spange raumgeordnet sind und die Projektierung schon recht weit gediehen ist.“ Ein Abkehr würde einen völligen Neuanfang bedeuten. „Ich kann nur davor warnen, wieder bei Null anzufangen. Dann passiert die nächsten Jahre gar nichts.“

Nicht minder entscheidend ist für den CSU-Politiker und Vize-Landrat: „In Erding habe wir ein durchdachtes Konzept, wie wir Ringschluss und Spange ins Stadtbild einfügen können.“ Der neue, mehrgeschossige Bahnhof soll, wie mehrfach berichtet, ein Parkdeck, eine leistungsfähige Infrastruktur sowie eine gute Anbindung von Bussen erhalten. „Bliebe der alte Haltepunkt doch bestehen, können wir all das nicht realisieren“, so Gotz, der auch verhindern will, „jede Menge zusätzlichen Verkehr direkt in die Innenstadt zu lotsen“.

Zudem verweist er auf das Bewerbungskonzept für die Landesgartenschau 2018. Das bis dahin eventuell offen gelassene Bahnhofsareal soll nicht nur für einen die Stadtteile verbindenden Grünzug genutzt werden. Zudem wäre dort eine Wohn- und Geschäftsbebauung möglich, mit der die Bahn gutes Geld machen könnte. Auch ist vorgesehen, den Haltepunkt Altenerding in südlicher Richtung zu verlegen. Der jetzige Parkplatz soll gemäß Bewerbung ebenfalls in eine grüne Begegnungsfläche in Stadtparknähe umgewandelt werden.

Gotz räumt der Alternativplanung ohnehin nicht allzu große Chancen ein. „Die Gleise müssten durch ein Schutzgebiet auf weichem Torfboden verlegt werden. Zudem müsste mit vielen Eigentümern und Anrainergemeinden ganz neu verhandelt werden. Ich glaube nicht, dass die Kostenersparnis trotz Wegfalls des Fliegerhorst-Bahnhofes so groß wäre.“

(Hans Moritz)

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