Industriegebiet Erding-West 

Gotz: Logistik nicht verteufeln

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Erding - Die Stadt Erding entwickelt den Bebauungsplan 225 für das Industriegebiet zwischen Dachauer und Sigwolfstraße trotz Protesten und Uneinigkeit im Stadtrat weiter.

Das geplante Industriegebiet mit XXL-Halle im Westen der Stadt sorgt weiter für Diskussionsstoff. In der Bürgerversammlung in Eichenkofen wies OB Max Gotz (CSU) darauf hin, „dass überhaupt noch nicht entschieden ist, ob auf der Fläche südlich des Gewerbegebiets Erding-West tatsächlich Logistik angesiedelt wird. Der Investor ist in der Pflicht, uns hier Konkretes zu nennen.“

Allerdings mahnte der Stadtchef, „die Logistik nicht zu verteufeln, denn wir nutzen sie alle“. Damit bezog er sich auf die steigenden Zahlen an Online-Bestellungen. Und er verwies darauf, „dass wir in Erding einige astreine Logistiker haben, an denen sich niemand stört“. Konkret nannte Gotz hier Alpha Tonträger und Baustoffe Auer.

Er trat auch der Kritik entgegen, mit der bis zu elf Fußballfelder großen Halle würden tausende Arbeitskräfte angelockt, die in Erding dann keinen Wohnraum fänden. „Ich erinnere daran, dass der Fliegerhorst 2021 endgültig schließt. Das sind über 1000 Arbeitsplätze, die wir kompensieren müssen.“ Ihm gehe es keineswegs darum, Pendler anzulocken. Und er berichtete von zahlreichen Grundstücksangeboten aus diesem Bereich. „Die Stadt wird da aber nicht zugreifen, denn an der Preistreiberei beteilige ich mich nicht“, sagte Gotz. Das war ein Seitenhieb gegen die Freien Wähler, von denen bekanntlich ein Antrag vorliegt, die Stadt möge das 24 Hektar große Gebiet kaufen und selbst vermarkten.

Aktuell sind neben dem Hallenkomplex Kleingewerbe auf 18 500 Quadratmetern, ein 5000 Quadratmeter großer Wertstoffhof sowie ein Parkhaus (4000 Quadratmeter Grundfläche) vorgesehen.

Im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrats hakte Hans Egger (Erding Jetzt) am Donnerstagabend nach. Ihm ging es um ein Verkehrsgutachten von Professor Kurzak zur XXL-Halle, das nach Ansicht von OB und Stadtbaumeister Sebastian Henrich Defizite hatte und den Stadträten nicht vorgelegt wurde. „Deshalb haben wir einen anderen Gutachter beauftragt“, erklärte Henrich. Egger pochte darauf, dass die Stadträte Einsicht in das Kurzak-Gutachten bekommen, holte sich von Gotz aber eine Abfuhr. „Es sind schon so viele Diskussionen gelaufen zu diesem Bebauungsplan. Deshalb ist es wichtig, die Fakten abzuwarten“, sagte der OB. Er sieht Investor und Eigentümer „am Zug, um die Diskussion wieder auf eine sachliche Basis zu lenken“.

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