Grabungsschutzgebiet: Ein Reservat für Keltenschanzen

Erding - Rund um die Stadt Erding gibt es gut 30 Keltenschanzen. Zwei davon, südöstlich von Singlding nahe Teufstetten, könnten als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen werden.

Die Gemeinde Wörth hatte den Impuls dazu gegeben, über die Ausweisung eines Grabungsschutzgebietes für die beiden Viereckschanzen zu diskutieren. Der Vorschlag stieß am Dienstag im Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrates auf großes Interesse.

Die Details stellte Harald Krause vor, Doktorand am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie an der Universität München und ausgewiesener Experte. „Vom Boden aus sieht man herzlich wenig“ räumte Krause ein, nur aus der Luft sind die Umrisse der beiden 300 Meter voneinander entfernt liegenden Keltenschanzen zu erkennen. Die Grundstücke, auf denen die beiden Bodendenkmäler liegen, erstrecken sich auf Wörther und Erdinger Flur. Auch das dazwischen liegende Areal, unter dem laut Krause ein Grabensystem zu erkennen ist, könnte auf lange Sicht ins Schutzgebiet integriert werden. Alle Flächen zusammen umfassen 16 Hektar.

Derzeit werden sie landwirtschaftlich „intensiv bewirtschaftet“, so Krause. Deshalb sei es wichtig, die betroffenen Landwirte und die fünf Grundstückseigentümer von Beginn an in die Überlegungen miteinzubeziehen. Darüber waren sich die Stadträte einig. In einem ersten Schritt sollen Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Denn sollten die Teufstettener Schanzen als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen werden, wäre es den Landwirten nur noch erlaubt, den Boden extensiv zu nutzen, etwa als Weideland.

Bürgermeister Max Gotz (CSU) gefiel die Idee des Schutzgebietes gut. Er sieht die Ausweisung als sinnvolle Ergänzung des Museums Erding, „gewissermaßen als Außenstelle, wo man Geschichte erleben kann. Wir geben heute den Startschuss, ob’s gelingt, wird sich zeigen. Es sind viele Mitspieler notwendig“, mahnte Gotz. Nicht außer Acht zu lassen ist aber auch die Trassierung der Walpertskirchener Spange, die bei einer Entscheidung für die Südeeinschleifung nahe Teufstetten verlaufen würde.

zie

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