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Bitte lächeln für den Mister Selfie der Staatsregierung, Markus Söder (v. l.): Jakob Mittermeier, Gertrud Eichinger, Jakob Schwimmer, Martin Bayerstorfer, Max Lehmer, Hans Wiesmaier, Hans Zehetmair und Franz Traßl vom Amt für Breitband, Digitalisierung und Vermessung beim Eintrag des Finanzministers ins Goldene Buch des Landkreises.

Neuer Hotspot im Landratsamt

Gratis-Wlan bis in die letzte Gemeinde

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Erding - Während der Breitbandausbau läuft und das Glasfaserkabelnetz täglich wächst, schreitet die Digitalisierung im öffentlichen Raum voran: Anonymes Gratis-Surfen im Internet könnte bald in allen Gemeinden möglich sein. Den Startschuss für Erding gab Finanzminister Markus Söder.

Mit einem Druck auf einen Buzzer haben am Dienstagvormittag Finanzminister Markus Söder, Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeistersprecher Hans Wiesmaier den Hotspot im Foyer des Landratsamtes symbolisch gestartet. Wer künftig etwa vor der Kfz-Zulassungsstelle warten muss, kann im Internet surfen – anonym und gratis. Der Nutzer muss weder seine Daten hinterlassen noch sich ein Passwort einfallen lassen.

Der Wlan-Anschluss (Wireless Lan – kabelloser Internetzugang) am Alois-Schießl-Platz soll Auftakt für kostenlosen und unbegrenzten Internet-Zugang im gesamten Landkreis sein. „Bayern wird das erste Bundesland mit einem eigenen Wlan-Netz“, kündigte Söder an. Seit dem Start von BayernWlan 2015 hätten bereits 700 Kommunen Interesse bekundet.

Der Minister für Digitalisierung versuchte, Befürchtungen zu zerstreuen. „Die Gemeinden gehen kein Risiko ein“, so Söder, keine Behörde könne für Missbräuche durch die Nutzer haftbar gemacht werden. Zudem gebe es einen Jugendschutzfilter, so dass weder pornografische noch Gewalt verherrlichende Seiten aufgerufen werden könnten. Zur Motivation erklärte Söder: „Mit einem dichten Netz kostenloser Hotspots über ganz Bayern schaffen wir die digitale Chancengleichheit auch für den ländlichen Raum.“ Erding ist laut Söder eines der ersten Landratsämter, das einen BayernWlan-Hotspot bekomme.

Landrat Martin Bayerstorfer erinnerte daran, dass man bereits seit zehn Jahren den Breitbandausbau stark fördere. 300 Millionen Euro seien bereits investiert worden, inklusive Förderung von Bund und Land.

Söder sagte, die Ausbreitung des Wlan sei das nächste Kapitel bei der digitalen Revolution. „Mir ist wichtig, dass nicht nur die Städte gut erschlossen sind, sondern auch der ländliche Raum.“ Dabei setze man konsequent auf die neueste Technologie: Glasfaserkabel. Die nächsten Schritte müssten sein, etwa Gewerbegebieten noch schnellere Datenleitungen zur Verfügung zu stellen sowie auch abgelegene Höfe und Weiler anzuschließen. „Deswegen sind Heimat und Digitalisierung kein Widerspruch.“ Hotspots könnten in Rathäusern, aber auch an stark frequentierten öffentlichen Plätzen oder in Freizeiteinrichtungen installiert werden. Erfreulich für die Kommunen: Sie müssen nur die Betriebskosten übernehmen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung schloss sich Hans Wiesmaier, Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages, der Hoffnung Söders an, dass die Gemeinden möglichst vollständig mitmachen. „Das ist einfach die Zukunft, da kommen wir nicht drumherum.“ In etlichen Orten gibt es bereits Hotspots, – teils unter dem Dach von BayernWlan, teils von Geschäften. Forstern, Wörth und St. Wolfgang haben beispielsweise bereits beschlossen, die Söder-Offerte anzunehmen.

Wiesmaier weiß aber auch: Es gibt Kritiker. „Einige wollen das nicht. Sie fürchten unerwünschte Menschenansammlungen.“ Bislang eine ablehnende Haltung nehmen Erding, Bockhorn und Finsing ein.

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