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Einen regelrecht zärtlichen Umgang mit ihrer Violine zeigte die Solistin Hannah Wagner beim Konzert des Kammerorchesters im Pfarrsaal St. Vinzenz.

Konzert des Kammerorchesters Erding

Der große Tag der Hannah Wagner

Klettham – Beim Konzert des Kammerorchesters Erding unter der Leitung Helmut Veihelmann brillierte Hannah Wagner als Solistin an ihrer Violine. Das Publikum im Pfarrsaal war begeistert.

Das Kammerorchester Erding hatte die aus Erding stammende Hannah Wagner als Solistin eingeladen. Das Publikum im überfüllten Pfarrsaal von St. Vinzenz feierte die 1992 geborene Musikerin regelrecht und ließ sie nicht ohne eine Zugabe von der Bühne. Es war gut, dass sich Orchester und Solistin auf diese Wirkung ihres Auftritts vorbereitet hatten.

Es ist elf Jahre her, da spielte sie noch bei den „Montagskonzerten“ im Gymnasium Erding II, so hieß die Schule zu dieser Zeit. Damals schon liebte sie ihre Geige, ihr regelrecht zärtlicher Umgang mit dem Instrument zeigte es, und das ist geblieben, als sie am Sonntag Mozarts Konzert für Violine und Orchester in A-Dur ( KV 219) meisterhaft interpretierte.

Dass sie immer wieder mit dem Orchester aufgetreten ist, wurde deutlich: Die Kommunikation zwischen ihr und Dirigent Helmut Veihelmann funktionierte perfekt. Der Vortrag gedieh zu einem wundervollen Gesamtwerk. Wagner machte nie den Eindruck, ein Standardstück vorzuspielen, im Gegenteil: Energiegeladen und dynamisch ging sie zu Werke, um dann wieder leise, gefühlvoll, fast schüchtern über die Saiten zu streichen. Das Orchester erwies sich als perfekte Ergänzung: Mal Rückhalt gebend, mal dominant.

Das Publikum war hingerissen, aber diszipliniert – sogar bis zu den erstaunlich vielen Kindern und Jugendlichen, die bei der familienfreundlichen Zeit in großer Zahl gekommen waren. Auch sie rissen sich zusammen, auch wenn ganz sicher dem einen oder anderen danach gewesen wäre, zwischen den Sätzen zu applaudieren. Umso donnernder fiel der Schlussbeifall aus.

Gelegenheit, seine ganze Klasse zu zeigen, hatte das Orchester auch ohne die Solistin reichlich, etwa bei dem gelungenen Versuch, den aus Sicht Veihelmanns zu Unrecht vergessenen Komponisten Robert Fuchs (1847-1927) ins musikalische Gedächtnis zurück zu holen. Mit der Serenade für Streicher und zwei Hörner Nr. 4 in g-moll op 51 festigte der Komponist seinen Ruf als „Serenaden-Fuchs“. Gut, dass das Orchester sich bei den Hörnern verstärkt hatte. Mit der liebevollen Interpretation dieses Stückes vom Lehrer Gustav Mahler betrat das Kammerorchester in Erding jedenfalls musikalisches Neuland.

Eingestiegen in das Konzert ist es dagegen mit einem alten Bekannten: Die Sinfonia in Es-Dur von Johann Sebastian Bach. Es wurde vor allem für das junge Publikum auch wegen der moderaten Gesamtlänge wieder ein Konzert, das vielleicht doch den einen oder anderen Jugendlichen animieren könnte, ein Instrument zu lernen. Klaus Kuhn

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