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Als Eingangsgebäude könnte das Pesenlerner Bauernhaus (rot) dem Museum ein neues Gesicht geben. 

Konzept von Kunsthistorikerin

Große Pläne fürs Bauernhausmuseum

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Ein neues Gebäude und ein hauptamtlicher Leiter – für das Bauernhausmuseum gibt es kostspielige Überlegungen.

ErdingDas Bauernhausmuseum in Erding ist eine Schönheit mit verborgenen Reizen – nach den Worten der Kunsthistorikerin Michaela Firmkäs ein Dornröschen, das wachgeküsst werden sollte. „Der Prinz wäre ein hauptamtlicher Museumsleiter“, sagte sie bei der Vorstellung ihrer Machbarkeitsstudie im Ausschuss für Bildung und Kultur. Der Landkreis müsste also Geld ausgeben. Alleine die üblichen Lohnkosten für einen wissenschaftlichen Leiter bezifferte Firmkäs mit 73 000 Euro pro Jahr.

Auf dem Gelände sind 14 Gebäude als Architekturexponate ausgestellt und über 3200 Objekte gesammelt. Die Hälfte dieser Dinge von Wohninventar bis zu landwirtschaftlichem Werkzeug schlummert allerdings im Depot. „Vieles ist auf dem Speicher gestapelt“, berichtete die Expertin. Für ein Museum sei es aber „wesentlich, seine Sammlung zu kennen und weiterzuentwickeln“. Dazu müsse zunächst eine Datenbank mit allen Informationen angelegt werden. Erst dann werde man bei vielen Objekten die historische Bedeutung erkennen. „Das müsste man alles entdröseln, sachgerecht lagern und teilweise konservieren“, erklärte die Kunsthistorikerin.

Bisher habe der Landkreis jährliche Personalkosten von 23 000 Euro für das Museum, vor allem für Kassenkraft, Grün- und Raumpflege. Dazu käme nach der Empfehlung von Firmkäs eine wissenschaftliche Vollzeitstelle – und Kräfte für die Verwaltung, die bisher mit dem Aufwand einer Fünf-Prozent-Stelle vom Landratsamt miterledigt wird.

Die Kunsthistorikerin verglich das Museum in Erding mit dem Jexhof im Kreis Fürstenfeldbruck. Dieses Museum sei mit drei Vollzeitstellen geradezu „luxuriös ausgestattet“. Das Ergebnis seien aber 26 000 Besucher pro Jahr im Vergleich zu 2000 in Erding.

Der Ausschuss hatte vor einem Jahr die Beauftragung des Konzepts beschlossen. Der Anlass waren die Pläne, das älteste Bauernhaus des Landkreises in Pesenlern ab- und auf dem Museumsgelände wieder aufzubauen. Diese „Translozierung“ kann nach Angaben des Landratsamtes aber „frühestens 2019“ stattfinden. Die Planungsphase werde voraussichtlich das ganze Jahr 2018 in Anspruch nehmen, erklärt Behördensprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Nachfrage. Dabei stehen im aktuellen Haushalt bereits 700 000 Euro für den Umzug des historischen Gebäudes bereit.

Geplant ist das aufs Jahr 1627 datierte Obergeschoss des Bauernhauses wiederzuverwenden. Seine Besonderheit ist das sogenannte Frackdach, ein Walmdach, das sich auf einer Seite über zwei Stockwerke zieht.

Kunsthistorikerin Firmkäs schlug vor, diesen Neuzugang als neues Eingangsgebäude zu dem Areal zu errichten. Im Erdgeschoss könnten dann neue WCs, Gastraum, Museumsshop und der Bauernmarkt untergebracht werden.

Eine Absage erteilte Firmkäs den Überlegungen, einen Stadel aus Kalkgrub, Gemeinde St. Wolfgang, aufs Museumsgelände zu transferieren. Dieses Gebäude habe die gleiche Bauweise wie der bereits dort stehende Bundwerkstadel aus Stetten. „Sogar große Museen leisten sich nicht zweimal den gleichen Bautyp“, erklärte die Expertin.

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