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Klinikum Erding

„Große Sorge“ in der Pflege

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Auch wenn neue Schwestern eingestellt wurden, ist Pflegedirektorin besorgt über die Arbeitsbelastung auf den Stationen.

Erding – 1020 Menschen arbeiten im Klinikum Erding. Das entspricht 680 Vollzeitstellen und bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiges Personalplus (fast 36 mehr). Bei der Beratung des Krankenhaus-Wirtschaftsplans wies Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Montag vor allem auf zwei Verbesserungen hin: vier Vollkräfte mehr bei den Ärzten und fast elf im Pflegebereich.

Das Mitarbeiterwachstum in der Pflege entsteht aber nicht nur durch die Anstellung von Krankenschwestern. Es geht auch um die Servicekräfte, die auf den Stationen zum Beispiel das Essen bringen. Elf Vollkräfte, die bisher im Stellenplan dem Pflegedienst zugeordnet waren, sind ab 2018 im Bereich Wirtschafts- und Versorgungsdienst zu finden. Hier steigt die Zahl der Vollzeitstellen um 13, während die Pflege um eine schrumpft.

Das sei dieser Verschiebung geschuldet, betonte Klinik-Vorstand Sándor Mohácsi. Es gebe dafür aber auch neue Krankenschwestern. „Wir haben Stellen aufgebaut und gleichzeitig einen besseren Quali-Mix“, erklärte der Klinik-Vorstand. Dieser Wert gibt den Anteil examinierter Pflegekräfte wieder.

In der allgemeinen Pflege sind es sieben Vollzeit-Krankenschwestern mehr, 3,3 davon arbeiten im Kreißsaal, wo sie die Beleghebammen unterstützen. Außerdem sei die Pflege im Bereich OP ausgebaut worden, erläuterte Pflegedirektorin Gertrud Friess-Ott. „Da hatten wir letztes Jahr ein Riesenloch“, sagte sie in der Sitzung. Dieses Plus beträgt drei Vollzeitstellen. Bei allen Verschiebungen sind es damit unterm Strich zehn Vollkräfte mehr in der echten Pflege, also ohne Service.

„Große Sorge“ bereite ihr die allgemeine Pflege, erklärte Friess-Ott – auch weil es verteilt auf alle Stationen immer mehr demenzkranke Patienten gebe. Das erhöhe den Aufwand. „Wenn man 10 bis 15 Patienten alleine versorgt, wie soll das gehen?“, sagte sie über die Arbeitsbelastung der Schwestern. Pro Station mit bis 20 Patienten sei täglich eine Pflege-Vollkraft eingeteilt plus eine Sekretärin am Vormittag und Servicekräfte. „Wenn wir den Service nicht hätten, könnten wir das Haus nicht betreiben“, erklärte die Pflegedirektorin.

Christina Treffler (ÖDP) sah einen Widerspruch in den Angaben des Wirtschaftsplans. „Da steht eine Steigerung der stationären Fallzahlen um 8,2 Prozent, dass sind 1300 Patienten mehr. Die Stellen in der Pflege bleiben dafür ungefähr gleich“, erklärte Treffler. Friess-Ott zeigte sich in ihrer Antwort überzeugt, dass der Stellenplan ausreichend sei. „Es gibt gesetzliche Vorgaben. Wir sind da im Vergleich zu anderen leicht überdurchschnittlich“, ergänzte Mohácsi.

Die Pflegedirektorin wies auf die große Bedeutung der eigenen Krankenpflegeschule hin. Vor deren Inbetriebnahme – das erste Examen war 2012 – sei es ein großes Problem gewesen, Schwestern zu bekommen. „Wir haben ungefähr 300 Pflegekräfte im Haus, circa 50 davon kommen von unserer eigenen Schule“, sagte Friess-Ott.

Neue Ärzte in der Notfallambulanz

Zwei der neuen Ärztestellen entstehen in der Notfallambulanz. Das Mediziner-Team soll dann 4,5 Vollkräfte umfassen – „zur Verbesserung der für Patienten seit Jahren unbefriedigenden Situation“, wie es im Wirtschaftsplan heißt. „Wir haben vor zwei Jahren beschlossen, für die Notaufnahme ein eigenes Ärzteteam aufzubauen“, erläuterte Mohácsi den Kreisräten. Bei einem ersten Versuch sei das personell nicht so geglückt gewesen. Nun gebe es einen neuen Anlauf. „Im April kommt ein sehr erfahrener Chirurg“, erklärte er. Zudem entsteht eine Arztstelle im neuen Schlaflabor in Dorfen. Eine weitere ist lediglich eine rechnerische Mehrung, indem eine bisherige Anästhesie-Honorarkraft fest angestellt wird.  

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