Vor Gericht 

Großer Schaden durch Panzerknacker

Sechs Einbrecher hatten es im Sommer 2015 auf drei Hotels im Landkreis abgesehen. Nun stehen sie vor Gericht.

Erding/MünchenSeit Mitte Januar verhandelt das Landgericht München II gegen eine Gruppe von fünf Männern und einer Frau. Es geht um Einbrüche im großen Stil. Das Sextett erlangte wegen seiner kriminellen Taten den traurigen Titel Panzerknacker-Bande. Auch im Landkreis trieb sich die Truppe in einer Juli-Nacht 2015 herum. Drei Gaststätten und Hotels in Erding, Notzing und Moosinning suchten sie heim, hinterließen viel Unsicherheit und einen immensen Sachschaden. Jetzt nahm die 1. große Strafkammer die Fälle Nummer 13, 14 und 15 der Anklage unter die Lupe.

Fußabdrücke auf dem Boden, Zigarettenkippen daneben, ein Blut beflecktes Handtuch unter dem Schreibtisch: Die Einbrecher hatten sich keine Mühe gegeben, ihre Spuren zu verwischen. Bei einem Wirt in Moosinnung kamen die Täter über den Wintergarten. Möglicherweise hatte ein Pärchen am Vorabend unbemerkt den Hebel einer Schiebetür geöffnet, so dass die Männer leicht hinein gelangen konnten.

Auch wenn keine Schlösser beschädigt wurden, musste aus Sicherheitsgründen die Schließanlage komplett ausgewechselt werden, weil der Sicherheitsschlüssel nicht mehr auffindbar war. Aus dem Inneren schleppten die Männer einen 25 Kilo schweren Tresor aufs gegenüberliegende Feld und entwendeten zwei Tageseinnahmen. Einen Beutel mit Wechselgeldmünzen ließen sie geöffnet, aber unberührt zurück. Der Wirt berichtete als Zeuge, dass der neue Tresor groß, schwer und eingedübelt sei.

Im benachbarten Notzing gelang es den Einbrechern nicht, das Schloss des Hotels und Gasthauses zu knacken oder die Tür aufzubrechen. Der Wirt berichtete aber vor Gericht, dass die Tür rundum beschädigt gewesen sei, ebenso der Türstock. Der Gastronom musste eine neue hochwertige Tür einbauen lassen. Auch die Hotel-Schließanlage ist ausgetauscht worden. Der Sachschaden lag im fünfstelligen Bereich.

Im Erdinger Hotel an der Haager Straße bekamen die Eindringlinge den Tresor nicht geöffnet. Sie durchsuchten einen Schlüsselkasten und nahmen einen Umschlag mit Bargeld an sich.

Fortan rüsteten sich die Panzerknacker besser aus. Als sie im August in eine Käserei im Landkreis Miesbach eindrangen, rückten sie mit einer Flex an und verursachten einen so immensen eisenhaltigen Staub, dass der Raum komplett saniert werden musste.

Der Prozess dauert an.

Angela Walser

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