Kleine Lösung statt großer Wurf: Südlich der Breslauer Straße (o.) und westlich der Ludwig-Thoma-Straße (M.) würde die Stadt gerne eine Reihenhauszeile ermöglichen. Vorerst konnten die Weichen aber nur für das oberste Gebäude gestellt werden.
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Kleine Lösung statt großer Wurf: Südlich der Breslauer Straße (o.) und westlich der Ludwig-Thoma-Straße (M.) würde die Stadt gerne eine Reihenhauszeile ermöglichen. Vorerst konnten die Weichen aber nur für das oberste Gebäude gestellt werden. Plan.

Freisinger Siedlung: Die Tücken des flächensparenden Bauens

Großes Haus, großer Ärger

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Stadt Erding wächst. Vorerst mit einem Haus. Ursprünglich war eine ganze Reihenhauszeile geplant.

Erding – Allenthalben ist davon die Rede, doch bitte höher und dichter zu bauen, um den Flächenverbrauch einzudämmen. Wenn eine Kommune genau das umsetzen will, kommt es zu Konflikten mit den Nachbarn. Diskussionen wie jetzt im Bereich Breslauer Straße/Ludwig-Thoma-Straße werden die Stadträte künftig häufiger führen. In diesem Fall kommt die Kuriosität hinzu, dass der Planungs- und Bauausschuss einem Bebauungsplan zu Rechtskraft verhelfen sollte, der nur für ein einzelnes Anwesen gilt – vorerst. Dabei sollen Bebauungspläne größere Vorhaben unter einen Hut bringen.

Vor ziemlich genau zehn Jahren, im Mai 2011, beschloss der Stadtrat, für ein Flurstück südlich der Breslauer Straße, unweit des Kronthaler Weihers, einen Bebauungsplan aufzustellen. Später, so berichtete Lolita Liening vom Stadtplanungsamt, wurde das Vorhaben aufgebohrt. Ermöglicht werden sollte nun eine ganze Reihenhäuserzeile in zweiter Reihe westlich der Ludwig-Thomas-Straße am nordwestlichen Rand der Freisinger Siedlung. Doch der große Wurf scheitert vorerst an den Eigentümern der dafür benötigten Flächen. Deswegen konnte der Ausschuss nun nur den Mini-Bebauungsplan für ein Doppelhaus beschließen. Erschlossen wird es nach den Worten Lienings zunächst über eine private Fläche zur Breslauer Straße hin.

Das künftige nachbarschaftliche Verhältnis wird von Anfang an auf eine harte Probe gestellt, denn der Widerstand in der Umgebung ist beachtlich, wie bei der Abwägung der Stellungnahmen deutlich wurde. Hauptkritikpunkt: Das Doppelhaus ist zu wuchtig und zu hoch – passt also nicht in die Umgebung.

Der Bebauungsplan erlaubt Wandhöhen bis zu 5,80 Metern und eine Firsthöhe von bis zu 9,90 Metern. Unter einer Dachneigung zwischen 30 und 38 Grad hätten dann zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss Platz. Zum Vergleich: Das nördlich angrenzende Doppelhaus weise eine Wandhöhe von nur 4,20 Metern und eine Firsthöhe von 7,50 Metern auf, monieren die Einwender. Das Stadtplanungsamt argumentiert, deshalb stelle man ja einen neuen Bebauungsplan auf. Auf die Nachbarhäuser werde sehr wohl Bezug genommen.

In diesem Zusammenhang wies OB Max Gotz (CSU) auf die neue Herausforderung hin, auf weniger Fläche mehr Wohnraum unterzubringen. Genau das kritisiert ein weiterer Nachbar. Ein Dritter spricht gar von einem „Fremdkörper“.

Dass das Problem an ganz anderer Stelle liegen könnte, warf Burkhart Köppen (CSU) auf: „Wer lange genug am Ortsrand gewohnt hat, geht irgendwann davon aus, dass seine Sicht nicht mehr verbaut wird.“ Genau das ist aber in Blickrichtung Siglfing der Fall. Der Satzungsbeschluss der Stadträte erging einstimmig.

Hans Moritz

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