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Corona-Impfung für Kinder: Großes Warten auf den Pieks für die Kleinen

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Von: Hans Moritz

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Immer mehr Kinder und Jugendliche lassen sich impfen.
Im Landkreis Erding müssen die Fünf- bis Elfjährigen noch warten, bis sie gegen Corona geimpft werden können. Im Ausland ist das bereits Alltag, etwa in Österreich und den USA (Symbolbild). © Bodo Schackow

Nachdem die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren freigegeben hat, sollen auch in Deutschland noch vor Weihnachten die ersten Mädchen und Buben immunisiert werden. Allerdings müssen sie sich im Landkreis Erding noch in Geduld üben.

Erding – München hat es für wenige Stunden probiert, in Wien ist es bereits Alltag, in einigen Ländern wie den USA ebenso: die Corona-Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Nachdem die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Impfung für diese Altersklasse freigegeben hat, sollen auch in Deutschland noch vor Weihnachten die ersten Kinder immunisiert werden. Allerdings müssen sie sich im Landkreis Erding noch in Geduld üben, wie eine Umfrage ergab. Dr. Markus Marschall, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes, hat noch keine Rückmeldung seiner kinderheilkundlichen Kollegen. „Ich bin dafür, mit den jungen Risikopatienten anzufangen“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei gesunden Kindern sieht der Lungenfacharzt derzeit noch keinen dringenden Bedarf. Die Studienlage sei relativ dünn. Er verweist darauf, dass Kinder in aller Regel wenig gefährdet und Todesfälle extrem selten seien.

Kinder-Impfung: Im Impfzentrum zunächst noch kein Thema

Im Impfzentrum des BRK werden die Fünf- bis Elfjährigen zumindest anfangs noch außen vor bleiben. Dessen Ärztlicher Leiter Dr. Hermann Schöberl erklärt: „Das ist in der ersten Zeit noch nicht vorgesehen, und das nicht nur aus Kapazitätsgründen.“ Er ist der Auffassung, dass die Kinderimpfung bei den Fachärzten am besten aufgehoben sei. „Der Beratungsbedarf ist bei dieser Altersgruppe bedeutend höher, da muss man besonders sensibel herangehen“, ist Schöberl überzeugt.

Wie Marschall ist er dafür, mit Risikopatienten, sprich chronisch kranken Kindern, zu beginnen. Als Beispiele nennt er Asthma, Diabetes und angeborene Fehler. Mittelfristig will Schöberl nicht ausschließen, „dass wir eines Tages auch Kinder impfen“.

Kinderärzte warten Empfehlung der StiKo ab

In den Praxen wird mit dem Thema unterschiedlich umgegangen. Aus der Praxis Dr. Niedermeier in Erding heißt es, dass die Nachfrage groß sei und man bereits eine Warteliste führe. Vor allem am Anfang rechne man mit einem Ansturm.

Auch die Praxis Dr. Hasenpusch/Dr. Rohland in Erding erhält viele Anrufe. Eine Warteliste gibt es aber noch nicht. Hier wartet man die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo) ab. Bei den Jugendlichen kam die freilich erst Wochen nach der EMA-Freigabe. Listen gibt es auch in der Praxis Huber/Gaigl in Erding noch nicht – anders als vor dem Impfstart der Zwölf- bis 18-Jährigen im Sommer. Hier greift man bei den Jüngeren ebenfalls erst zur Nadel, wenn die Empfehlung der StiKo vorliegt.

Kinder gelten weiter nicht als Pandemietreiber. Zudem wird keine andere Gruppe so engmaschig getestet.

ham

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