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Zu Gast bei den Grünen: BBV-Kreisobmann Jakob Maier (4. v. r.) bekräftigte ähnliche Positionen zum Flächenfraß wie die Öko-Partei. Unter anderem hörten zu: Manfred Drobny (l. neben ihm), die Kreisräte Christoph Sticha und Helga Stieglmeier (r. neben ihm) sowie Grünen-Landesvorsitzender Eike Hallitzky (r.).

Flächenverbrauch 

Grüne gegen „Betonierungswut“

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Das geplante Industriegebiet Erding-West ist nach Ansicht der Grünen „Wachstumswahnsinn“. Darin war sich das gute Dutzend Besucher eines Ortstermins am Dienstagnachmittag einig.

ErdingVertreter der Kreispartei und Landesvorsitzender Eike Hallitzky bezogen Stellung gegen die Planung der Stadt: einen 80 000 Quadratmeter großen Logisthallen-Komplex mit bis zu 19 Metern Höhe. Grüne und ÖDP würden im September ein Volksbegehren gegen den Flächenverbrauch im Freistaat starten, kündigte Grünen-Kreissprecherin Helga Stieglmeier an. „Es ist wichtig, einen Stopp dieser wahnsinnigen Betonierungswut einzuleiten“, sagte sie.

In Sonntagsreden seien viele Politiker gegen Flächenfraß, kritisierte Stieglmeier. „Wenn’s aber konkret wird, heißt es: Sollen die anderen Flächen sparen.“ In Bayern würden täglich 13 Hektar unter Asphalt und Beton verschwinden. Straßenbau, Gewerbegebiete und nicht zuletzt der Flughafenausbau seien dafür verantwortlich.

Zerstörung der Natur und steigende Pachtpreise in der Landwirtschaft nannte Hallitzky unter anderem als Folgen immer weiterer Versiegelung der Flächen. Die geplante Logistikhalle nannte er einen Schandfleck. „Wir müssen etwas tun, bevor Bayern sein Gesicht verliert“, erklärte der Grünen-Landeschef. Das Bündnis zum Flächensparen der bayerischen Staatsregierung habe „überhaupt keinen Effekt gehabt“, kritisierte der Politiker aus Passau – daher das Volksbegehren.

Die Erdinger forderte Hallitzky auf, gegen die XXL-Logistikhalle Flagge zu zeigen. „Gehen Sie mit 50, 60, 70 Leuten in eine Stadtratssitzung. Das erzeugt Druck“, appellierte er. In strukturschwachen Regionen gebe es wenigstens ökonomische Argumente für eine solche Planung, in Erding nicht, monierte Hallitzky.

Der Kreisgeschäftsführer der Grünen, Manfred Drobny, bekräftigte das. „Das ist eine Planung, über die man sich nur wundern kann“, sagte er. „Die Fläche gehört nicht einmal der Stadt. Warum dann?“ Gerade im Hinblick auf die Konversion des Fliegerhorsts habe Erding genug Entwicklungspotenzial. Weiteres Gewerbe – insbesondere ein Logistiker – werde zu mehr Verkehr und der Überlastung der Straßen führen. Sowie zu Zuzug und wachsender Wohnungsnot.

Gast bei den Grünen war der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, Jakob Maier. In Fragen der Landwirtschaft trenne den BBV und die Partei einiges, sagte er. Doch in Bezug auf den Flächenverbrauch habe er ähnliche Ansichten. „Warum muss man neue Schneisen durch die Landschaft schlagen?“, fragte er in Bezug auf Projekte wie Nordumfahrung, S-Bahn-Ringschluss und den Ausbau der Flughafentangente Ost. „Ich würde mir wünschen, dass die Kommunalpolitik hier einen anderen Ansatz findet“, erklärte der Niederdinger. Stattdessen müssten Verkehrswege besser genutzt werden – etwa durch Förderung von autonomem und vernetztem Fahren. Der BBV-Kreisobmann stellte einen weiteren Zusammenhang her: „Die Erschließung des Flughafens am Boden macht die dritte Startbahn möglich. Man will hier Tatsachen schaffen.“

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