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Gewerbehallen hinter viel Grün: So könnte das Industriegebiet in Erding-West nach den Vorstellungen des Investors ausschauen. Rechterhand der Kreuzung Dachauer/Sigwolfstraße ist das bestehende Gewerbegebiet zu sehen mit den farbigen Gebäuden von Baumarkt und Elektromarkt.

Grünen-Stammtisch in Erding

Grüne: Wir werden einer Riesen-Halle nie zustimmen

Erding – Könnte ein Bürgerbegehren, unterschrieben von mindestens zehn Prozent aller Wähler in Erding, die Planung der riesigen Logistik-/Gewerbehalle südlich der Dachauer Straße stoppen? Mit diesem Vorschlag zum derzeitigen Aufreger-Thema beschäftigte sich am Montag die Stammtisch-Runde der Grünen im Weißbräu.

Dieser 80 000 Quadratmeter große, bis zu 300 Meter lange, 270 Meter breite und fast 20 Meter hohe Bau, den ein Investor gegenüber dem Gewerbegebiet Erding-West plant, war Thema der Diskussion. Grünen-Stadtrat Günther Kuhn stellte noch einmal die Position seiner Partei klar. „Wir hätten gerne, dass dieses Gelände von heimischen Handwerkern genutzt wird. Für eine große Halle jedoch ist das Areal dort zu schade. Selbst für Autohäuser ist der Platz nicht ideal, denn diese wollen sich wohl kaum hinter einem Grüngürtel verstecken.“ Zudem würde eine solche Halle mit all ihren Betrieben ein erhebliches Mehr an Verkehr bringen. „Der aber lässt sich nicht, wie uns die Verwaltung weismachen will, allein über die Flughafentangente ableiten. Das ist Wunschdenken“, so Kuhn.

Er forderte, auch an nachhaltige Arbeitsplätze zu denken, „mit der Möglichkeit zu Ausbildungsplätzen und Wohnungen für die vielen neuen Angestellten“. Kuhn bekräftigte: Seine Partei werde einer solchen Halle niemals zustimmen. „Und wir lassen uns schon gar nicht mit dem Zuckerl eines Handwerkerhofs locken.“

Kuhn gab nochmals kurz die Chronologie jenes Bebauungsplans 225 wieder, beginnend im Dezember 2015. Erst sei es nur um die grundsätzliche Schaffung eines Gewerbegebiets mit maximalen Bauhöhen von 14 Metern gegangen. Ein Jahr später sei plötzlich im Planungs- und Bauausschuss die Ansiedlung von „lärmintensiveren, großflächigen Logistikunternehmen“ diskutiert worden. Und erst im Februar 2017 sei die tatsächliche Größe einer Halle klar geworden.

Kuhn verwundert auch die Informationspolitik im Rathaus. Als er Mitte Mai OB Max Gotz (CSU) gefragt habe, ob es Neues zu Modellen vom Investor gebe, habe dieser verneint. Am Vorabend habe allerdings eine gemeinsame Infoveranstaltung von Investor und Stadtmarketingleiter stattgefunden.

Grünen-Stadtrat Herbert Maier ergänzte, dass es zwar attraktiv sei, wenn sich zum Beispiel eine Firma wie Ikea-Online dort ansiedele. „Doch auch dann wäre mit viel zusätzlichem Lkw-Verkehr zu rechnen. Denn auch im Internet bestellte Küchen müssen ausgeliefert werden.“

Auf die Frage von Hanni Seeger, ob der Investor nicht zum Bau von Angestellten-Wohnungen in der Nähe der ominösen Halle verpflichtet werden könne, antwortete Kuhn: „Das will der OB nicht. Er möchte dort kein Mischgebiet aufbauen.“ Schließlich legte Sabine Lanzner vom Bund Naturschutz die Idee eines Bürgerbegehrens auf den Tisch. Kuhn dazu: „Vor der Umsetzung brauchen wir erst einmal klare Fakten über die Halle und darin ansässige Firmen. Das kann jedoch dauern.“ (Friedbert Holz)

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