So kann’s mal ausschauen im Baugebiet südlicher Thermengarten zwischen der Sigwolfstraße und der Straße Am Wasserwerk: Die mehrstöckigen Wohngebäude mit den begrünten Flachdächern gehören zum aktuellen zweiten Bauabschnitt.
+
So kann’s mal ausschauen im Baugebiet südlicher Thermengarten zwischen der Sigwolfstraße und der Straße Am Wasserwerk: Die mehrstöckigen Wohngebäude mit den begrünten Flachdächern gehören zum aktuellen zweiten Bauabschnitt.

Zweiter Bauabschnitt am Thermengarten mehrheitlich genehmigt

Erding: Grünes Licht für 150 Wohnungen

  • Gabi Zierz
    vonGabi Zierz
    schließen

Baurecht für 150 Wohnungen im Bereich südlicher Thermengarten haben die Erdinger Stadträte im Planungs- und Bauausschuss geschaffen.

Erding – Den 150 Wohnungen im Baugebiet südlicher Thermengarten zwischen Sigwolfstraße und der Straße Am Wasserwerk steht nichts mehr im Wege. „Ein gewaltiger Schritt in Richtung Wohnbebauung“, sagte OB Max Gotz (CSU). Die Stadträte im Planungs- und Bauausschuss (PBA) fassten am Dienstagabend mit 11:3 Stimmen den Satzungsbeschluss für den zweiten Bauabschnitt und schufen damit Baurecht. Grüne und AfD waren dagegen.

Ende März hatten die Stadträte schon einmal ausführlich über den Bebauungsplan beraten (wir berichteten). Damals hatte es vor allem aus der Nachbarsiedlung Kritik an dem geplanten, bis zu 26 Meter hohen Wohnhaus mit acht Stockwerken direkt am Kreisverkehr gegeben. Unter anderem war von Verschattung der umliegenden Bebauung die Rede. Es wurde sogar mit Klage gedroht.

Private Einwände waren bei der neuerlichen Auslegung des Bebauungsplans im Juli nicht mehr eingegangen, nur einige Behörden hatten Anmerkungen dazu gemacht. Gravierendes war nicht dabei.

Dafür erneuerte Grünen-Stadtrat Herbert Maier im PBA seine Kritik vom März. Er lehnt den Bebauungsplan weiter ab. „Als Referent für Klimaschutz bin ich dagegen, denn das Baugebiet wird mit Erdgas versorgt. Wenn wir klimaneutral werden wollen, geht so ein Baugebiet nicht“, sagte er. Eine solare Versorgung, wie im Plan ausdrücklich erlaubt, sei angesichts des Turms schwierig. Er verschatte die Hinterlieger. Positiv wertete Maier die begrünten Flachdächer, auch wenn darauf Photovoltaik nur schwer umsetzbar sei.

Er erinnerte daran, dass er schon im ersten Bauabschnitt eine alternative Energieversorgung durch die Biogasanlage eines Itzlinger Bauern vorgeschlagen habe, diese aber nicht realisiert worden sei. „Es gibt Lösungen, wenn der Wille da ist.“

Gotz bat darum, bestehende Beschlüsse zu akzeptieren und warf dem Grünen-Stadtrat vor: „Es ist die Tour Ihrer Partei, Beschlüsse, die wir haben, wiederholt aufzurollen. Das ist der Killer jeder Demokratie.“ Weiter sagte der OB, dass der Projektentwickler „auf unzählige unserer Wünsche eingegangen ist, das ist nicht selbstverständlich“.

Zudem sei es nur ein marginaler Prozentsatz von Wohnungen, „die durch das Hochhaus verschattet werden, und das nicht den ganzen Tag über. Wir müssen bereit sein, Kompromisse zu machen“.

Die wollten Maier und sein Fraktionskollege Stefan Lorenz nicht eingehen. Tobias Krüger (AfD) empfand das Hochhaus „angesichts der umliegenden Bebauung schon als massiv“ und stimmte deshalb gegen den Bebauungsplan.

Stadtbaumeister Sebastian Henrich erinnerte daran, dass es an der Sigwolfstraße weiter nördlich seit den 1960er Jahren acht Geschosse gebe. Und er prophezeite nach der Änderung der Bayerischen Bauordnung, die eine Reduzierung der Gebäudeabstände von 100 auf nur noch 40 Prozent der Wandhöhe vorsieht: „Sie werden noch mit den Ohren schlackern, wenn das beschlossen wird. Dann brauch’ ma über so was gar nicht mehr zu reden.“

Das Nein der Grünen findet Florian Brandhuber schade. Der Erdinger ist mit Lukas Sommer Investor und Projektentwickler des 1,7 Hektar großen Areals, das ihre Brandhuber & Sommer Immobiliengruppe im Joint Venture mit der Büschl Unternehmensgruppe und der Eckpfeiler Gruppe aus München gekauft hat. Brandhuber spricht von einem ökologisch wertvollen Quartier und verweist darauf, dass viel über das gesetzliche Maß hinaus umgesetzt werde. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei sehr gut. So habe man ein Begünstigtenmodell in fünf Reihenhäusern umgesetzt und plane eine barrierefreie Wohnung für einen schwerstbehinderten Rollstuhlfahrer.

Brandhuber rechnet mit einem Baubeginn der Eigentumswohnungen Anfang 2021. Noch stehe der Generalunternehmer nicht fest, die Ausschreibung laufe.

Auch interessant

Kommentare