Glatte Straßen am Freitagmorgen

Gut vorbereitet aufs Blitzeis

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Landkreis - Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt haben am Freitag für Glatteis gesorgt. Pkw-Unfälle, Stürze und Verspätungen waren die Folge. Schlimmeres ist so kurz vorm Fest aber nicht passiert. Auch dank dem unermüdlichen Einsatz der Streudienste.

Eine schöne Bescherung hat es auf den Straßen im Landkreis schon gestern gegeben. Und das nur, wenn man einen Sinn für Galgenhumor mitbringt. Freitagfrüh hat nämlich das Blitzeis zugeschlagen. In Sachen Straßenverkehr ist das Ganze glücklicherweise recht glimpflich ausgegangen. Vier Verkehrsunfälle haben sich lediglich ereignet, alle vier im Bereich Dorfen. Die dortige Polizei teilt mit, dass alle vier Fahrer alleinbeteiligt mit ihrem Auto von der Straße gerutscht sind. Verletzt wurde niemand, der Gesamtsachschaden, der auch ein paar demolierte Leitpfosten beinhaltet, beläuft sich laut Schätzung der Beamten gerade mal auf rund 3000 Euro.

Noch entspannter war die Lage im Erdinger Gäu. „Fehlanzeige“, sagt Polizeichef Anton Altmann. Er berichtet lediglich von einem Auffahrvorfall und Unfallflucht, was aber nichts mit glatter Fahrbahn zu tun gehabt habe. „Es kann schon sein, dass es stellenweise richtig glatt war, gerade da, wo mehr Holz ist. Aber zum Glück ist nichts passiert“, sagt Altmann.

Auch die Feuerwehren hatten einen verhältnismäßig entspannten Morgen. Johann Burger, Gruppenführer in Wartenberg, berichtet von nur einem First-Responder-Einsatz. Eine Person sei wegen des Eises gestürzt und habe ins Krankenhaus gebracht werden müssen. In der Notaufnahme im Klinikum Erding wurden gestern ein paar gebrochene Knochen diagnostiziert.

Rainer Streu, Kommandant der Forsterner Feuerwehr, sind solche Fälle diesmal nicht untergekommen: „Glatt war’s schon, aber passiert ist deswegen nichts.“ Abseits der glatten Straßen habe sein Team eine Reanimation durchführen müssen.

Die Straßenmeistereien in Taufkirchen und Erding hat das Blitzeis nicht überrascht. Gestern sei zwar bislang der stressigste Tag gewesen, sagt der Taufkirchener Dienststellenleiter Norbert Nietfeld, „aber wir sind das gewohnt und waren durch die Wetterprognosen gewarnt. Wir haben frühzeitig die Wolken aufziehen sehen und rechtzeitig agiert“. Um 3 Uhr beginnt die Frühschicht, bereits ab dann wurde Salz gestreut. Richtig geregnet hat es dann erst zwischen 6 und 7 Uhr.

Gut, dass da schon fleißig gestreut war. „Wir hatten eine Lufttemperatur um die null Grad. Wenn der Regen runterkommt, friert der sofort an der Straße fest, wenn noch kein Salz da ist“, erklärt Manfred Zißelsberger, der Leiter der Erdinger Straßenmeisterei. „Bei den ersten Tröpfchen um 3 Uhr sind wir los. Das Problem ist, dass wenn dann Verkehr ist, kommen unsere Fahrzeuge schlechter durch. Das ist dann eine heikle Sache. Umso froher sind wir, dass mit ein bisschen Glück nichts passiert ist.“

Die Taufkirchener waren gestern in voller Besetzung auf den Straßen unterwegs. Soll heißen: die zwei regulären Männer und Fahrzeuge der Frühschicht, dazu sieben Unternehmerfahrzeuge.

In eisigeren Zeiten braucht’s das aber auch: „Wir haben 250 Kilometer zu betreuen“, sagt Nietfeld, der stets in engem Austausch mit der Erdinger Meisterei ist. „Jeden Tag gibt es Einsatzleiter-Absprachen.“ Den Weihnachtstagen sieht er gelassen entgegen: „Wir haben gehört, dass es milder wird“.

Auch wenn auf den Straßen nichts Schlimmeres passiert ist, für Verspätungen hat das Blitzeis natürlich schon gesorgt. „Die Schulbusse hatten ein bisserl Probleme“, sagt Sebastian Held, der Hausmeister am Korbinian-Aigner-Gymnasium (KAG) in Erding ist. Um 6.30 hat er bereits damit begonnen, Salz im Innenhof der Schule zu streuen. „Der Landkreis-Bauhof ist in der Früh ausgerückt und hat die Parkplätze gestreut“, berichtet Held.

Für die Schüler, die sich gestern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum letzten Schultag des Jahres aufgemacht haben, war dennoch mehr Vorsicht als sonst geboten. Ein paar von ihnen seien mit dem Radl sogar gestürzt – zum Glück ohne Verletzungsfolgen, erzählt Held. Den Hartplatz auf dem KAG-Gelände hat die Schule allerdings gesperrt. Hier können sich die Mädchen und Buben in der Unterrichtspause normalerweise sportlich austoben – „aktive Pause“ nennt sich das. „Da war es richtig glatt“, sagt Held, der froh ist, dass alles gut ausgegangen ist. „Wie immer vor den Ferien gab es ein Verkehrschaos. Aber wir haben alle sicher in die Weihnachtsferien gebracht.“

Markus Schwarzkugler

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