Marie-Pettenbeck-Schule.
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In der Wartenberger Marie-Pettenbeck-Schule ist der Präsenzunterricht auch künftig möglich. Archivbild

Entscheidung am Montag – Mindestabstand ist Maß der Dinge

Hängepartie Wechselunterricht

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Fest steht: Wechselunterricht ist im Landkreis wohl nicht mehr zu verhindern. Die Frage ist nur wann und für wen – am Montag wird die Entscheidung fallen.

Erding – Aufgrund der weiter stark steigenden Corona-Zahlen gilt eine Teilung der Klassen ab Jahrgangsstufe acht im Hotspot-Landkreis Erding als sicher. Am Freitag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 265,2. Offen ist, wann dieser Schritt vollzogen wird – vermutlich nun doch noch nicht zum 1. Dezember am Dienstag.

Allerdings werden selbst davon nicht alle Schulen betroffen sein. Denn vor allem an den Mittelschulen besteht die Möglichkeit, die Schüler so weit auseinander zu setzen, dass es beim vollen Präsenzunterricht bleiben kann.

Die Entscheidung liegt nach Angaben von Zoran Gojic, Sprecher des Kultusministeriums, bei den Landratsämtern. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) sagte unserer Zeitung: „Die Koordinierungsgruppe entscheidet am Montagmittag.“ Er wolle dem Beschluss nicht vorgreifen, erklärte aber, „dass wir angesichts der aktuellen Fallzahlen wohl keine Alternative haben, als zu teilen“.

Allerdings wolle man den Schulen genug Zeit geben, sich auf den Wechselunterricht einzustellen. Dabei ist es ihnen laut Gojic freigestellt, ob die Klassen tage- oder wochenweise getrennt werden. Wann die Teilung kommt, bleibt vorerst offen. Es dürfte sich aber allenfalls um Tage handeln.

Von der Regel ausgenommen, so der Sprecher von Minister Michael Piazolo (FW) weiter, sind alle Abschlussklassen. An den Gymnasien sind das die Q11 und Q12, an den Realschulen die zehnte Jahrgangsstufe und an den Mittelschulen die neunten Klassen beziehungsweise – was weit häufiger der Fall ist – die zehnten im M-Zug.

Es wird aber auch Schulen geben, die im Präsenzunterricht bleiben können. Eine davon ist die Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg. „Wir können so umbauen, dass wir die 1,50 Meter Mindestabstand einhalten“, erklärt Rektor Michael Braun. Nach Informationen unserer Zeitung trifft das auf das Gros der Mittelschulen zu. Schulamtsleiterin Marion Bauer ergänzt: „Auch Turnhallen können für den Unterricht herangezogen werden.“ Für sie steht fest: „Wo es mit den Regeln vereinbar ist, wollen wir so lange wie möglich im Präsenzunterricht bleiben.“

An den Realschulen und Gymnasien wird das aufgrund der hohen Schülerzahlen nicht möglich sein. Die Direktoren warteten am Freitag zwar vergeblich auf eine klare Ansage aus dem Kultusministerium. Sie haben aber ihre Notfallpläne für den Tag X längst in der Schublade. Darin enthalten sich auch Regelungen für Schulaufgaben. Sie sollen nach einer Umfrage unserer Zeitung nach wie vor im Klassenverband geschrieben werden. Dazu will man in zweite Klassenzimmer oder Turnhallen ausweichen. Die Familien sollen so früh wie möglich per Elternbrief informiert werden.

Am Anne-Frank-Gymnasium Erding hat man die gesamte Schulfamilie befragt. „Wir würden tageweise wechseln“, kündigt Oberstudiendirektorin Regine Hoffmann an. Eine Gruppe werde montags, mittwochs und freitags unterrichtet, die andere dienstags und donnerstags. Im Wochenrhythmus wechsle man ab, so Hofmann. Diesen Weg würden nach den Worten von stellvertretender Schulleiterin Judith Heugel und Direktor Josef Grundner auch die Realschule Taufkirchen sowie die Mädchenrealschule Heilig Blut beschreiten. Am Korbinian-Aigner-Gymnasium fände hingegen ein wochenweiser Wechsel statt. „So haben wir das auch während der ersten Schließung gemacht“, berichtet Leiterin Andrea Hafner. Die Schulaufgaben würden so gelegt, dass alle Jugendlichen entweder mit dem Bus kommen oder nach der Prüfung nach Hause fahren können.

Zu den vielen offenen Fragen gehört, wie lange der Wechselunterricht gilt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 200 sinkt. „Darüber stimmen wir uns gerade mit dem Gesundheitsministerium ab“, erklärt Gojic. Bisher war es Praxis, dass ein Wert eine Woche lang erreicht sein musste – nach oben oder unten.

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