Jobcenter Aruso

Hartz IV: Immer mehr Asylbewerber

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Erding – Zwölf Prozent Asylbewerber: Diese Quote zur Zahl der Bedarfsgemeinschaften nennt das Jobcenter Aruso.

Immer mehr Asylbewerber werden zu Kunden des Jobcenters Aruso in Erding. Nach ihrer Anerkennung können sie grundsätzlich arbeiten. Sollten sie jedoch keinen Job finden, haben sie Anrecht auf Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II, also Hartz IV. Durch diese Entwicklung hätten sich die Zahlen seit Anfang des Jahres erhöht, berichtete Aruso-Geschäftsführerin Monja Rohwer gestern den Mitgliedern des Beirats. „Der Anstieg ist nur durch das Thema Flucht zu erklären“, sagte Rohwer.

Anfang des Jahres seien es 40 bis 50 Bedarfsgemeinschaften (BG) mit Asylbewerbern gewesen, heute 172, berichtete die Geschäftsführerin. Das macht einen Anteil von gut zwölf Prozent unter allen BGs aus, also Haushalte von Leistungsbeziehern. „Man merkt: Das Bundesamt für Migration zieht an“, erklärte Rohwer zu abgearbeiten Asylanträgen. Wenn das so weitergehe, werde Aruso zum Jahresende etwa 200 BGs aus dieser Gruppe haben. „Nächstes Jahr wird sich die Zahl sicherlich verdreifachen. Ansonsten haben wir ein Absinken bei den normalen Bedarfsgemeinschaften“, so Rohwer. Insgesamt sind es nach der Aruso-Statistik derzeit 1380 mit insgesamt 2599 Personen (erstes Quartal 2016: 1330/2512).

Die Zunahme der Flüchtlinge unter den Kunden habe Auswirkungen auf die so genannte Integrationsquote, also die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, so Rohwer. Das Fehlen von Sprach- und beruflichen Kenntnissen sei ein Hemmnis. Die Qualifizierung von Flüchtlingen „läuft vor allem bei Jugendlichen gut“, erklärte allerdings Sachgebietsleiter Herbert Reuther. Bei der Vermittlung von Jobs würden häufig Helferkreise die Kontakte herstellen

Als „total erfreulich“ bezeichnete Rohwer die sinkende Zahl der Langzeitarbeitslosen, die Grundsicherung beziehen. Nach der Aruso-Statistik ist diese Zahl seit Anfang 2015 um etwas mehr als ein Drittel gesunken: von 258 auf heute 171. „Die Gefahr ist aber, dass das durch die Flüchtlinge wieder mehr wird. Die meisten kommen ja nicht in Arbeit“, erklärte die Aruso-Geschäftsführerin.

Die gesamte Zahl der SGB II-Arbeitslosen, also Bezieher von Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende, liegt aktuell bei 577 (Januar: 537). Ein Drittel der Leistungsbezieher sind Ausländer. Das sei auch im Vergleich mit den beiden Landkreisen im Verbund der Agentur für Arbeit ein niedriger Wert. Sowohl in Dachau als auch in Freising liege er bei über 40 Prozent, sagte Rohwer. „Der Anteil der Syrer ist stark gestiegen“, berichtete sie , „nach wie vor haben wir aber viele Türken, Rumänen und Bulgaren“.

Timo Aichele

Nationalitäten

Zwei Drittel der Leistungsbezieher sind Deutsche. Unter den Ausländern ist die Verteilung wie folgt: 20 % Syrien; 18 % Türkei; 15 % Rumänien und Bulgarien; 12 % Griechenland, Portugal, Italien und Spanien; 19 % übrige EU-Staaten; 10 % Afrika; 5 % Afghanistan; 1 % Irak.

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