Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

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Missbrauch in Erding

Hat Barkeeper eine Volltrunkene (16) vergewaltigt?

Ein Barkeeper (29) soll die Wehrlosigkeit einer betrunkenen Jugendlichen ausgenutzt und sie missbraucht haben. Vor Gericht schweigt er.

Erding – Eine damals 16-jährige Schülerin, die sich volltrunken in einer Erdinger Bar aufgehalten hat, soll der 29-jähriger Barkeeper sexuell missbraucht haben. Zum Prozessauftakt vor der Jugendkammer des Landgerichts äußerte sich der afghanische Asylbewerber zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Nach der von Staatsanwalt Gerald Sigl vertretenen Anklage hatte sich die 16-Jährige in der Nacht zum 22. Oktober mit mehreren Bekannten aus ihrer Clique in der Erdinger Bar aufgehalten und dort in erheblichem Umfang Alkohol getrunken. Gegen 4 Uhr hatte sich das Lokal weitgehend geleert, neben dem Barkeeper hielten sich nur noch die Schülerin und zwei ihrer Freunde dort auf. Sie tranken bis gegen 6.30 Uhr weiter – auch der 29-Jährige.

Als das Gästetrio dann die Bar verließ und auf ein Taxi wartete, brach die 16-Jährige plötzlich zusammen und verlor das Bewusstsein. Sie wurde ins Lokal zurückgebracht, wo sich ihre Begleiter zunächst davon überzeugten, dass sie zumindest vermeintlich keine ärztliche Hilfe brauchte. Dann gingen sie zum Rauchen vors Lokal.

Diese Situation soll der 29-Jährige laut Anklage ausgenutzt haben, um die nach wie vor Bewusstlose sexuell zu missbrauchen. Er soll ihr Hose und Unterhose heruntergezogen und dann den Geschlechtsverkehr ausgeübt haben, ohne dass es bei ihm zum Samenerguss gekommen sein soll. Dann habe er auch noch einen Analverkehr versucht, wodurch die 16-Jährige zumindest teilweise wieder zu Bewusstsein kam. Als dann auch ihre beiden Begleiter ins Lokal zurückgekehrt seien, soll der Barkeeper laut Anklage von seinem Opfer abgelassen haben.

Die Anklage wirft dem 29-Jährigen den sexuellen Missbrauch einer Widerstandsunfähigen in Tateinheit mit Körperverletzung vor. Dazu äußerte er sich zum Prozessauftakt zunächst nicht, ließ aber wissen, dass er zunächst die Aussagen der Zeugen abwarten wolle, ehe er selbst Angaben mache.

Zu seinem Lebenslauf berichtete er, dass er in seiner Heimat das Abitur gemacht habe und eigentlich studieren wolle, um Arzt zu werden. Nach dem Tod seiner Mutter habe er allerdings als Teppichknüpfer das Familieneinkommen aufgebessert. 2009 habe er sich dann auf die von der Familie finanzierte Reise nach Deutschland gemacht – über den Iran, die Türkei, Griechenland und Italien.

Die ersten eineinhalb Jahre sei er praktisch zum Nichtstun verurteilt gewesen, bis er dann eine befristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten habe. Inzwischen habe er einen Deutschkurs absolviert und eine Ausbildung zum Maler und Lackierer begonnen, nebenbei dann noch in der Bar gearbeitet.

Alkohol, so der 29-Jährige, trinke er praktisch nur an den Wochenenden. Hauptsächlich Bier, aber wenn er auf Partys oder von Gästen eingeladen sei, auch mal Whiskey und Wodka. Vor etwa vier Jahren habe er auch einmal eine Freundin gehabt. Doch die Beziehung zu der Iranerin habe nur sechs Monate gehalten. Die Vernehmung des mutmaßlichen Missbrauchsopfer fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Prozess wird am 22. Juni mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt, am 26. Juni stehen dann vermutlich Plädoyers und das Urteil auf dem Programm.

Rubriklistenbild: © dpa

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