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Stolz auf ihr neues Domizil sind (v. r.) Peter Breth (Kunstverein) und Franz Hofstetter (BRK). Auch OB Max Gotz freute sich über die gelungene Sanierung. Noch sind die Räume leer. In den kommenden Wochen werden sie eingerichtet – und sich Stück für Stück mit Leben füllen. Für den kirchlichen Segen sorgten die Pfarrer Martin Garmaier und Christoph Keller.

Haus der Begegnung am Rätschenbach 

Soziales und Kunst unter einem Dach

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Die Sanierung Am Rätschenbach 12 ist abgeschlossen. Das Bayerische Rote Kreuz und der Kunstverein können einziehen. Gestern wurde das Haus der Begegnung offiziell eingeweiht.

Erding– Das Tilly-Eck Am Rätschenbach 12 war schon immer ein Hingucker. Doch jetzt erstrahlt das Haus buchstäblich in neuem Glanz: Nach der Sanierung kann es als Bürgertreff seine Pforten für alle Erdinger öffnen.

„Es war eine lange Entscheidungsgeschichte, vom Kauf bis zur nicht unumstrittenen Entscheidung, das Gebäude anzupacken“, sagte OB Max Gotz gestern bei der Einweihung. Bekanntermaßen hatte die Stadt das denkmalgeschützte Haus bereits 2007 erworben. „Und es wäre ein Fehler gewesen, es nicht zu kaufen“, auch wenn einige damals gemeckert hätten, was die Stadt nun mit dem „alten Graffl“ wolle, so Gotz.

„Jetzt ist aus dem Graffl was wor’n“, nahm Architekt Udo Rieger diesen Gedanken auf. Die Sanierung sei keine leichte Aufgabe gewesen. Im Bauamt mit Stadtbaumeister Sebastian Henrich und Elke Fischer habe man aber „verlässliche Partner“ gehabt. Neben der aufwändigen Tragwerksplanung sprach Rieger die energetische Sanierung mit innovativen Materialien an.

„Dieses Gebäude wird so die nächsten mehreren hundert Jahre überdauern. Es ist ein Schmuckstück geworden, auf das die Bürger stolz sein können“, sagte Rieger, nicht ohne Projektleiter Matthias Engel und die Handwerker zu loben, die zum Großteil aus dem Landkreis stammen.

„Das Haus am Rätschenbach sollte, um des Kommunizierens willen, nicht zum Lätschenbach werden, sondern zum Ratschenbach“, sagte Rieger. Diesen Gedanken griff auch Franz Hofstetter auf. Das Gebäude solle vor allem ein Treff zum Ratschen sein, ein Haus der Begegnung für Jung und Alt, sagte der Kreischef des BRK als Träger. Neben einem Mittagstisch für ältere Menschen mit schmalem Geldbeutel sind auch Angebote wie ein Nähcafé geplant, zudem Beratung in allen Lebenslagen. „Ich wünsche mir, dass das pulsierende Leben in der Mitte der Stadt allen zuteil wird, die sonst alleine sind“, so Hofstetter.

Farblich abgegrenzter Zeitzeuge: Der dunkle Boden zeigt, wo sich die Außenwand des Vorgänger-Hauses befand.

Das BRK hofft, mit den neuen Nachbarn gute Projekte auf den Weg bringen zu können. Die neuen Nachbarn, das sind die Stadtbücherei, von der eine Tür ins sanierte Gebäude führt, und der Kunstverein. Letzterer wird im Dachgeschoss seine Geschäftsstelle einrichten, nachdem er aus Brandschutzgründen aus dem Schönen Turm ausziehen musste.

Durch die neuen Räume wolle man zudem „die Kunst in die Bevölkerung bringen“, sagte Vereinschef Peter Breth – etwa mit kleinen Workshops. Solche Veranstaltungen sollen auch den Mitgliedern zeigen, „dass wir nicht nur ein Ausstellungsorganisator sind“, sagte 2. Vorsitzender Michael Lang. Denn das Vereinsleben sei in den vergangenen Jahren ein bisschen zu kurz gekommen. Weil sich im Dachgeschoss aus Brandschutzgründen nicht mehr als 15 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen, ist es für öffentliche Veranstaltungen nicht vorgesehen.

„Es sind wahrlich keine Barrieren für die Menschen da, das neue Angebot anzunehmen“, sagte Gotz und meinte damit nicht nur die Erschließung via Lift über die Bücherei, sondern auch Bushalt und Großparkplatz quasi direkt vor der Tür.

„Man hat hier etwas Beispielhaftes geschaffen“, meinte Vizelandrat Jakob Schwimmer und nannte das Haus „eine Bereicherung auch für den Landkreis“. Gotz, der es als „Juwel dieser Altstadt“ bezeichnete, rechnet mit rund 1,82 Millionen Euro Gesamtkosten – 0,1 Prozent mehr als geplant. Zuschüsse gab’s von Denkmalpflegeamt (10 000 Euro), Städtebauförderung (900 000 Euro), Bezirk Oberbayern (36 000 Euro) und Bayerischer Landesstiftung (147 000 Euro), sodass die Sanierung den städtischen Haushalt mit maximal 750 000 Euro belaste.

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