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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood abgesagt - obwohl es kurz zuvor noch Hoffnung gab

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Seinem Namen voll gerecht wird das Haus der Begegnung am Rätschenbach in Erding in Trägerschaft des BRK.

BRK zieht erste Bilanz und will umfangreiches Angebot weiter ausbauen

Haus am Rätschenbach: „Die Nörgler sind widerlegt“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Neues Leben hinter alten Mauern. Seit zweieinhalb Jahren gibt es das BRK-Haus der Begegnung am Rätschenbach in Erding. Aber was tut sich da eigentlich. Die Chefin muss es wissen.

Erding – Im Mai 2018 hat der BRK-Kreisverband die Trägerschaft für das Haus der Begegnung der Stadt am Rätschenbach übernommen. So viel Kritik es zu Beginn an der Belegung gab, so vielfältig hat sich die Einrichtung vor allem für Menschen mit kleinem Einkommen oder auf der Suche nach Anschluss entwickelt. Im Stadtrat zog BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela von der Heijden eine erste Bilanz und stellte neue Angebote ab 2021 vor. Und sie erneuerte ihre Zusage, dass Vereine die Räume nutzen können – freilich nicht für kommerzielle Zwecke.

Gegen Isolation und Ausgrenzung – diesen Leitspruch könnte das BRK an die Tür des liebevoll sanierten Hauses am Rätschenbach schreiben. Mehrfach betonte van der Heijden, dass sich hier Menschen finden sollen, die alleine sind, Hilfe suchen oder ihre Krankheit bewältigen wollen.

So gibt es von Anfang an Frühstück und Mittagessen – für Mittellose gratis. Dabei dankte sie „Licht in die Herzen“, Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeigers. „Ohne dessen finanzielles Engagement könnten wir das nicht anbieten.“

Darüber hinaus treffen sich im Haus der Begegnung regelmäßig die Gruppen für Gedächtnistraining, Stricken, Yoga und Demenz. Neben dem Frauenzirkel gibt es eine Runde, in der sich alleinerziehende Mütter austauschen. Gemeinsam mit der Stadt wurden Neubürger-Treffs angeboten. Das Erzählcafé wird gut angenommen. Und hier kommen die Selbsthilfegruppen für Angehörige Demenzkranker, Tinnitus und Autismus zusammen.

Als „unersetzliche Stütze“ bezeichnete van der Heijden Gemeindeschwester Martina Vollmuth, die Senioren, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen und Erkrankungen berate. Jeder könne sich zu den Öffnungszeiten an sie wenden.

Corona hat laut Geschäftsführerin auch das Haus der Begegnung wochenlang lahmgelegt – nicht aber die vielen ehrenamtlichen Helfer. So entstand ein Magazin mit Rätseln, das gemeinsam mit Ostergeschenken zu den Besuchern der Begegnungsstätte gebracht wurde. Beeindruckt zeigte sich van der Heijden, dass sich 70 junge Leute gefunden hätten, die das Mittagessen zu den Besuchern des – vorübergehend geschlossenen – Mittagstisches ausgeliefert hätten; all das wiederum gratis. Einsame Bürger habe man angerufen. Umgekehrt habe es ein Wohlfühltelefon gegeben.

Für 2021 gibt es neue Pläne, darunter zwei neue Gruppen für Demenzkranke und deren Angehörige. Van der Heijden kündigte die neue Gruppe „Rollstuhlgäng“ an, die auf Initiative einer Auszubildenden Rollstuhlfahrer zusammenbringt. In der offenen Behindertenarbeit will das BRK bestehende Gruppen besser vernetzen.

Sichtlich angetan meinte OB Max Gotz: „Die Nörgler und Besserwisser sind widerlegt. Wir haben immer gesagt, das Angebot muss wachsen und sich entwickeln. Genau das ist passiert.“ ham

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