50 Hausärzte protestieren in Nürnberg

Erding/Nürnberg - 50 Hausärzte aus dem Landkreis Erding machen Ernst: In Nürnberg gaben sie im Rahmen einer bayernweiten Aktion ihre Kassenzulassungen zurück.

Bei der Abfahrt des Busses am Erdinger Volksfestplatz kochten die 50 Hausärzte gestern Mittag vor Wut. "Alle bereichern sich an den Beiträgen, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in die Krankenversicherung einzahlen. Das geht von der Kassenärztlichen Vereinigung bis zur Pharmalobby. Aber für die Patienten und uns Hausärzte ist kein Geld mehr da", schimpften sie.

Bei der Ankunft in der Arena von Nürnberg, in der die Ice Tigers in der Eishockey-Bundesliga ihre Heimspiele bestreiten, kochte die Stimmung dann über. Lautstark bejubelten die etwa 8000 Hausärzte aus ganz Bayern die Redner. Lautstark forderten sie den Ausstieg aus dem System oder einen grundsätzlichen Wandel.

"Die Krankenkassen müssen endlich umdenken, die Arbeit der Hausärzte mehr schätzen und besser honorieren", erklärte Dr. Elmar Gerhardinger, Vorsitzender des Hausärztlichen Kreisverbandes Erding am Rande der machtvollen Demonstration. 80 Prozent der bayerischen Kollegen seien in Nürnberg, so Gerhardinger. Weiter erklärte er: "Das ist ein Tag, an dem Geschichte geschrieben wird."

Die Ärzte wollen raus aus der Kassenärztlichen Vereinigung. Den ersten Schritt absolvierten sie gestern Abend am Ende der Demo. In bereitgestellte Urnen warfen sie ihre kassenärztliche Zulassung. "Wir übergeben die Urnen einem Notar aus Kiel. Wenn 70 Prozent die Zulassung abgeben, schaffen wir es", so Gerhardinger. Für die Patienten wird sich bis zum 30. Juni nichts ändern. Kassenpatienten werden wie gewohnt auf Krankenschein behandelt. "Wie es dann weitergeht, liegt am Ergebnis der Verhandlungen, die der Vorstand des Hausärzteverbandes mit den 288 Krankenkassen führen wird", so Gerhardinger. (nie)

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