Haushalt 2018

Landkreis Erding will zehn Millionen mehr

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Eine Kreisumlage von 51,1 Prozent – dieser Wert wird in einigen Gemeinden Entsetzen auslösen. Das bedeutet zehn Millionen Euro mehr für Erdings Landkreishaushalt.

Erding– Der Landkreis fordert im kommenden Jahr zehn Millionen Euro mehr Kreisumlage von den Gemeinden. Der Umlagesatz soll nach den Worten von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) auf 51,1 Prozent steigen – fünf Prozentpunkte mehr als heuer. Diesen Stand hatte Kreiskämmerer Helmut Helfer für die Haushaltsberatungen errechnet. Als erstes Kreisgremium befasste sich am Montag der Ausschuss für Bildung und Kultur mit einem Teiletat – und stimmte zu. Trotz Kritik an der Kreisumlage wurde hier über Einsparungen nicht einmal konkret diskutiert.

Lediglich die beiden Räte der Freien Wähler votierten dagegen. „Wir sollten überlegen, ob wir die Leistungsfähigkeit der Gemeinden überfordern“, mahnte Max Kresirer, Bürgermeister von Finsing. Noch deutlicher wurde sein Fraktions- und Amtskollege im Isener Rathaus, Siegfried Fischer. „Ich werde einer Erhöhung der Kreisumlage um zehn Millionen Euro definitiv nicht zustimmen“, erklärte er. Für seine Gemeinde würden dadurch die Ausgaben für die Umlage um mehrere hunderttausend Euro steigen. Damit werde Isen keinen gesetzmäßigen Etat mehr aufstellen können.

Daher werde er auch dem Landkreis-Etat für Schulen und Kultur nicht ohne Einsparungen zustimmen können, sagte Fischer. Der Ausschuss werde in seiner Sitzung auch kaum die mehrere hundert Seiten Mittelanforderungen der Schulen durchforsten können. Daher schlug der FW-Kreisrat vor, die Verwaltung mit Einsparungen von 15 bis 20 Prozent zu beauftragen. Die betreffenden Einzel-Haushaltspläne seien im Vergleich zu 2017 um 151 000 Euro gesunken, antwortete der Kämmerer.

Michael Oberhofer (CSU) bekräftigte, dass gerade hier dringend nötige Investitionen eingeplant seien und nannte exemplarisch die Mensa-Erweiterung am Korbinian-Aigner-Gymnasium für 1,7 Millionen Euro und die Modernisierung des Friseurtrakts an der Berufsschule für 695 000 Euro. „Ich glaube, die Stellschrauben liegen woanders“, meinte Oberhofer. So werde dann in jedem Ausschuss argumentiert, kommentierte Fischer süffisant.

Der Gesamthaushalt 2018 wird laut Bayerstorfer um 17 Millionen auf knapp 188 Millionen Euro anwachsen. Für die Anhebung der Kreisumlage machte er drei „Sondereffekte“ verantwortlich. Erstens müsse der Landkreis fast 3,8 Millionen Euro mehr Bezirksumlage abführen. Zweitens werde beim Leasing des Kreismusikschulgebäudes die Schlussrate von 2,9 Millionen Euro fällig. Und drittens werde das Defizit des Klinikums Landkreis Erding um 1,3 Millionen Euro höher ausfallen als bisher kalkuliert. Der Fehlbetrag für 2018 werde dann bei 2,8 Millionen Euro liegen.

Timo Aichele

Rubriklistenbild: © Tob ias Ott

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