Schulung absolviert: Jakob Schöfberger (l.) unterrichtete HWF-Vorsitzende Christine Zollner, Einsatzleiterin Maria Neumair (sitzend, v. l.) und ihr Team über die neuen Richtlinien des Pflegestufengesetzes II. An zwei von fünf Samstagen übernahm das Monika Bärlehner (nicht im Bild).

Hauswirtschaftlicher Fachservice 

Hilfe für Familien mit Demenzkranken

Erding - Durch das neue Pflegestärkungsgesetz eröffnen sich dem Hauswirtschaftlichen Fachservice (HWF) neue Einkommensmöglichkeiten. Er unterstützt seit 1. Januar 2017 auch Familien mit Demenzkranken.

Durch das neue Pflegestärkungsgesetz II wird der Hauswirtschaftliche Fachservice (HWF) im Landkreis noch notwendiger. Die 19 Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschaftsmeisterinnen haben an einer Helferkreisschulung nach der Verordnung des Sozialgesetzbuchs XI mit insgesamt 40 Stunden an fünf Samstagen teilgenommen und das entsprechende Zertifikat erworben. Nach der Anerkennung beim Zentrum für Familie können sie nun loslegen.

Die Fortbildung hatten Vorsitzende Christine Zollner und Einsatzleiterin Maria Neumair organisiert. Es wurden Kenntnisse im Umgang mit Demenz, die passende Ernährung, der Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, in Kommunikation und Biografiearbeit vermittelt. Seit 1. Januar wurden die Pflegestufen 1 bis 3 durch Pflegegrade (1 bis 5) ersetzt. Dadurch sollen die Bedürfnisse von Menschen mit demenziellen, geistigen oder psychischen Erkrankungen ebenso berücksichtigt werden wie die von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen.

Hier kann der HWF seine Leistungen anbieten. So können Pflegebedürftigen Angebote zur Unterstützung und Entlastung im Alltag gemacht werden. Sie sollen dazu dienen, die Pflegebedürftigen bei der Bewältigung der Anforderungen des Alltags oder im Haushalt, insbesondere bei der Haushaltsführung oder bei der eigenverantwortlichen Organisation benötigter Hilfeleistungen zu unterstützen.

Die Hauswirtschafterinnen kümmern sich um die Demenzkranken, gehen mit ihnen spazieren, machen Spiele oder unternehmen Aktivitäten, die deren Sinne und Gedächtnis aktivieren. Damit schaffen sie den pflegenden Angehörigen Freistunden, die diese zum Ausspannen nutzen können.

Diese Unterstützung kann eine große Entlastung sein. Notwendig wird sie, wenn der Pflegende Gefahr läuft, die eigenen Kräfte zu überschreiten. Hier heißt es rechtzeitig vorzubeugen, um einen Ausfall zu vermeiden.

Menschen in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich. Zudem kann man 40 Prozent der Sachleistungen für die Betreuungs- und Entlastungsleistungen umwandeln. Auch die Verhinderungspflege von 1612 Euro pro Jahr kann man für diese Dienstleistungen nutzen, wenn der Pflegeperson damit eine Auszeit ermöglicht wird. Der HWF rechnet direkt mit der Pflegekasse ab. Um diese Leistungen in Anspruch nehmen zu können, sollten sich die Angehörigen an die Pflegekasse der zuständigen Krankenkasse wenden.

Qualifiziertes Personal hat der HWF nie genug. Deswegen bittet Maria Neumair Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschaftsmeisterinnen, sich unter Tel. (0 81 22) 2 06 55, (01 70) 4 35 06 78 zu melden.

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