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Idyllisch am Rande des Erdinger Stadtparks liegt das Heiliggeist-Stift. In den vergangenen Jahren wurde es saniert. Nun befindet es sich in einem top Status. Ein guter Zeitpunkt für die Stiftung, wieder Gewinne zu erwirtschaften. 

Heiliggeist-Stift 

Auf dem Weg ins Plus

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Das Alten- und Pflegeheim Heiliggeist-Stift in Erding ist wirtschaftlich auf einem guten Weg. Vorstand Hermann Held geht davon aus, dass die Einrichtung mit 163 Plätzen in den nächsten Jahren aus der Verlustzone kommt. Denn alle größeren Baumaßnahmen sind abgeschlossen.

Erding – Hermann Held ist nicht nur Kämmerer der Stadt Erding, er bekleidet auch das Amt des Vorsitzenden der Heiliggeist-Spitalstiftung. Während er als Schatzmeister im Rathaus nur millionenschwere Überschüsse kennt, muss er sich im Heim vor allem mit roten Zahlen beschäftigen. Noch.Das letzte Plus datiert von 2009.

Vorher und danach fielen die Jahresabschlüsse negativ aus. Mit einer Stiftung mit einem Vermögen von knapp 13 Millionen Euro im Rücken war die Einrichtung freilich nie gefährdet. Zuletzt summierten sich die Fehlbeträge auf 275 000 (2014), 349 000 (2015) und im Vorjahr auf 232 000 Euro.

Diese Zahlen haben auch deswegen weder Stiftungsvorstand, -rat noch die Stadträte beunruhigt, denn zu keinem Zeitpunkt waren sie das Ergebnis von Misswirtschaft, „zumal konsequent gespart wurde“, so Held im Stadtrat.

Ab 2010 wurde das Haus saniert und modernisiert. Hohe Ausgaben entfielen auf den Brandschutz. 2011 trübten erhebliche Energie- und steigende Personalkosten die Bilanz. „Die Stiftung hat im Verhältnis zur Privatwirtschaft zusätzlich das Problem zu tragen, dass die Personaldurchschnittskosten im öffentlichen Bereich aufgrund des Tarifs deutlich höher liegen“, rechtfertigte sich Held.

Trotz allem sei es etwa 2013 gelungen, das planmäßige Defizit „deutlich zu reduzieren“. Nach jahrelangen Sanierungen sei kein akuter neuer und sehr kostenintensiver Handlungsbedarf mehr in Sicht, teilte der Vorsitzende erfreut mit. Heuer werde die Brandschutzertüchtigung abgeschlossen.

Held rechnet auf einem zweiten Feld mit einer Trendwende, die sich finanziell positiv auswirken dürfte. „Die schlechten Zahlen der Vorjahre waren zusätzlich davon belastet, dass eine 100-Prozent-Belegung keine Selbstverständlichkeit mehr war, weil das Angebot an Heimplätzen in der Region deutlich zugenommen hat“, so Held. Hier zeichne sich aber eine Entspannung ab. „Der erste Reiz des Neuen ist weg. Es zeichnet sich wieder eine Vollbelegung bei uns ab.“ Von den 163 Plätzen waren 2016 im Schnitt 152,4 belegt, 2015 waren es 148,7. Insgesamt sprach er von einer „erfreulichen Entwicklung“. Das Heim könne demnächst wieder in die Gewinnzone kommen.

Getragen wird das Haus von der Heiliggeist-Spitalstiftung, deren Geschichte bis ins Jahr 1444 zurückreicht. Heute wird sie von der Stadt verwaltet. Seit 2006 steht Held an der Spitze des Vorstands. Er geht 2018 in Pension. Sein Amt in der Stiftung wird dann Reinhard Böhm, Geschäftsleitender Beamter im Rathaus, übernehmen. Das Stiftungsvermögen beträgt derzeit knapp 13 Millionen Euro.

Dazu gehören unter anderem acht Grundstücke, auf denen das Alten- und Pflegeheim, die Spitalkirche sowie 13 Wohn- und Geschäftshäuser mit 75 Wohneinheiten stehen. Hinzu kommen 96 bebaute Grundstücke, die mit einem Erbbaurecht belastet sind, sowie eine Vielzahl unbebauter Grundstücke, die vor allem land- und fortwirtschaftlich genutzt werden.

Hans Moritz

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