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Erdinger Luft schnuppern und dann neue Ideen entwickeln: Das ist die Idee von Pfarrer Henning von Aschen für seine Tätigkeit in Erding. 

Neuer evangelischer Pfarrer

Henning von Aschen: Gespannt auf die Arbeit mit Jugendlichen

Pfarrer Henning von Aschen ist der Nachfolger von Martin Schwenk. Noch ist der 40-Jährige Pastor in Wartenberg.

von Elvi Reichert

Erding– Zwei neue Pastoren treten im Herbst ihre Pfarrstellen in Erding an. Einer von ihnen ist im Landkreis schon bestens bekannt: Henning von Aschen, der seit 2013 Seelsorger der Protestanten in Wartenberg ist. „Es fällt mir schwer zu gehen, weil ich in der Gemeinde sehr freundlich aufgenommen wurde“, sagt der 40-Jährige.Aber er möchte neue Aufgaben übernehmen, sich weiterentwickeln und neue Ideen verwirklichen. Deshalb habe er sich auf die Stellenausschreibung in Erding beworben. Vor allem auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie jungen Familien ist der dreifache Vater gespannt.

Von Aschen ist der Nachfolger von Pfarrer Martin Schwenk, der in den Ruhestand geht und am Samstag, 23. Juli, mit einem Gottesdienst in der Auferstehungskirche verabschiedet wird. Studiert hatte der Neue an der Augustana Hochschule in Neuendettelsau und anschließend sein Vikariat in Aschau im Chiemgau gemacht. Vor seiner Zeit in Wartenberg arbeitete er drei Jahre im englischen Bristol.

In der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Moosburg, zu deren Sprengel auch Wartenberg und Langenpreising gehören, liegen von Aschens Schwerpunkte vor allem in der Arbeit mit Senioren. Der gebürtige Göttinger ist überwiegend in Wartenberg tätig, wo er auch mit seiner Frau Dagmar und den drei Kindern (15, 13 und 6) lebt.

Er betreut an seiner bisherigen Pfarrstelle vier Seniorenheime, engagiert sich im Gemeindebriefteam und ist für den reibungslosen Ablauf des Konfirmandenunterrichts zuständig. Seine Tätigkeit in Wartenberg beendet der 40-Jährige nun zum 30. September. Er habe dort viel gelernt, sagt der Pastor, vor allem aber auch in seiner Zeit in England. „Dort gab es gute Konzepte, von denen wir hier profitieren können“, erzählt der 40-Jährige, „denn auch in England gab es die Probleme mit leeren Kirchen“.

In Erding will von Aschen zunächst in das Geschehen der Gemeinde hineinschnuppern, will sehen, wie es hier läuft, um dann vielleicht die eine oder andere Idee umzusetzen. Er freut sich besonders auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen, die er zum Teil schon aus dem Pfarrkapitel kennt. Die erste Teambesprechung sei sehr vielversprechend gewesen.

Er sei gespannt, wie sich alles entwickelt, auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den Kirchenvorständen. Er wird sein Büro in der Auferstehungskirche beziehen, eine Entscheidung, die sicherlich bei vielen Gläubigen positiv aufgenommen wird. Denn so wird das Gemeindezentrum auch außerhalb der Gottesdienste wieder mit Leben erfüllt.

Der zu betreuende Pfarrsprengel umfasst Altenerding, Aufhausen und Pretzen sowie Neuching, Wörth, Hörlkofen und Walpertskirchen. Für den Evangelischen Kindergarten in der Langen Feldstraße in Altenerding ist der dreifache Vater ebenfalls zuständig. Er wird mit dem dortigen Team die Kindergottesdienste erarbeiten. Den Krankenhausbesuchsdienst, den es unter Pfarrer Schwenk mit drei Ehrenamtlichen gegeben hatte, möchte von Aschen gerne wiederbeleben und regelmäßig im Klinikum präsent sein.

Während seiner Moosburger Zeit hat sich Henning von Aschen sehr um die Partnerschaft mit der Gemeinde Tumaini in Tansania bemüht, wurde als Missionspfarrer eingesetzt und warb im Dekanat für die dortige Schule. Diese Tätigkeit wird er auch weiterhin ausüben und Infoabende leiten. Er kennt die Schule und die Verantwortlichen vor Ort, organisiert gegenseitige Besuche und hält per E-Mail Kontakt. „Mein Herz hängt an Tansania“, betont Pfarrer von Aschen.

Und wenn er neben seiner vielfältigen Arbeit noch Zeit hat, dann nimmt er sich etwas davon für sein Hobby: das Fotografieren von Menschen in verschiedenen Situationen. Vor vielen Jahren habe er Bass gespielt, aber lang nicht mehr geübt. Vielleicht fange er wieder damit an, meint er. Aber frühestens, wenn er seinen Motorradführerschein hat, den er gerade macht.

Mit dem neuen Pfarrer zieht auch seine Familie nach Erding, seine Frau ist Religionslehrerin und seine Kinder (15, 13 und 6) gehen hier zu Schule. Ob sich seine Frau, die Erfahrungen im Kindergottesdienst und mit Krabbelgruppen hat, in die Gemeinde einbringen wird, das stellt sich noch heraus. Zunächst will sie sehen, was in der Erdinger Gemeinde läuft und wo ihre Kenntnisse gebraucht werden. Aber all dies ist noch Zukunftsmusik, „Zunächst muss ich erst mal hier ankommen und einen Überblick über alle Aktivitäten bekommen“, bekennt der neue Pfarrer.

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