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„Spürbarer Besucherrückgang“ auf Volksfest - Gravierender Planungsfehler sorgt für Diskussionen

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Von: Hans Moritz

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Wohl bekomm’s: Trotz Besucherrückgangs sind die Tische in den Bierzelten gut besetzt. Die Bedienungen haben viel zu tun. © Thomas Obermeier

Deutlich weniger, dafür aber sehr friedliche Besucher: Dieses Zwischenfazit ziehen Stadt Erding und Polizei nach den ersten Tagen Herbstfest. Hinter den Kulissen sorgt ein Planungsfehler für Diskussionen.

Erding - „Zweimal ist das Herbstfest wegen Corona ausgefallen, und bei der 80. Auflage hat sich vieles verändert“, meinte OB Max Gotz am Dienstagmorgen bei der traditionellen Schaustellerbesprechung in Dangl’s Café-Zelt. Es gebe einen neuen Volkfestausschuss, den Sozialverband Deutschland als Kümmerer um Parkplätze und Toiletten, mit Patrick Schmidt einen neuen Wirt im Weißbräu-Zelt sowie Gabi Rilke als neue Schaustellersprecherin.

Volksfest in Erding: Weniger Besucher wegen Krieg und Corona

Gotz sprach von einem „spürbaren Besucherrückgang“ und führte das auf zwei Hauptgründe zurück: „Viele sind wegen des Krieges und der Folgen in Sorge um die Zukunft, einige wissen, dass sie angesichts der steigenden Energiepreise ihr Erspartes aufbrauchen müssen“, berichtete Gotz von Briefen und Gesprächen. Hinzu kämen nicht wenige Bürger, vor allem Ältere, die sich nicht dem Risiko aussetzen wollten, sich mit Corona zu infizieren.

Der OB teilte mit, „dass auch andere Volksfeste von teils deutlichem Besucherrückgang betroffen sind“. In Straubing habe das Minus 30 Prozent betragen. Für Erding nannte er keine Zahl. „Wir müssen auch nicht jedes Jahr einen neuen Rekord aufstellen“, betonte er und schob hinterher, dass man weiterhin „auf ein qualitativ hochwertiges Fest“ setze.

Für den Sonntag kündigte er einen fulminanten Abschluss an – allerdings erstmals nicht mit dem bisher üblichen Feuerwerk. Stattdessen sei eine Lasershow wie zum Jahreswechsel 2019/20 auf dem Schrannenplatz geplant. Auch das sei ein Beitrag zum Klimaschutz und zum Reduzieren von Feinstaub.

Die neue Sprecherin der Schausteller, Gabi Rilke aus Wartenberg, begann ihr Resümee mit einem Totengedenken. Sie erklärte, viele Kollegen hätten mit großen Personalproblemen zu kämpfen. Sie stimmte Gotz in dem Befund zu, dass es ihre Branche in der Corona-Zeit besonders schwer gehabt habe und nicht alle die Pandemie wirtschaftlich überlebt hätten.

Herbstfest in Erding: Fahrgeschäft kann wegen Planungsfehler nicht aufgebaut werden

Ein positives Fazit zog Harald Pataschitsch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Erding und Chef der Festwache. „Die Zahl der Einsätze und der Straftaten bewegt sich auf einem sehr niedrigen Niveau“, bilanzierte er. Bislang seien gerade einmal drei Körperverletzungen anzeigt worden, zwei auf dem Festgelände, eine in der Innenstadt. Alkoholverstöße im Straßenverkehr gebe es kaum. Zudem sei die Zahl der Masskrüge, die aus den Zelten getragen werden, stark gesunken. „Wir hoffen, es bleibt so“, fasste Pataschitsch zusammen.

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Markus Böhm vom Sozialverband Deutschland, der heuer erstmals die Bewirtschaftung der Toiletten übernommen hat, stellte klar, „dass wir alle Einnahmen spenden werden“. Die Palette reiche von der Parkinson-Selbsthilfegruppe bis zum Fendsbacher Hof. Die Parkplatzgebühr teilten sich sein Verband, VdK und Arbeiterwohlfahrt untereinander auf.

Kritik gab es nur vereinzelt. Einige Standlbetreiber wünschten sich mehr Regale zum Abstellen der Masskrüge. Die Nachbarn der Drehbar monierten, dass sich hier so große Trauben von Besuchern bildeten, dass ihre Stände völlig untergingen. Gotz sicherte zu, sich um eine Verbesserung zu bemühen.

Ein Schatten legt sich indes über das Fest: Aufgrund eines Planungsfehlers konnte ein Fahrgeschäft gar nicht aufgebaut werden – der 80 Meter hohe Kettenflieger Jules Verne. Dabei waren mehrere Sattelschlepper schon durch die halbe Republik nach Erding gefahren. Sie mussten kehrtmachen, weil das Fahrgeschäft am westlichen Ausgang des Festplatzes zu weit in die Besucherstraße geragt wäre. Die Frage der Verantwortlichkeit wird laut Bank gerade geklärt – und die, wer dem Betreiber den beträchtlichen Schaden ersetzt. ham

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