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Tradition: Mit ihren Tänzen weckte die Volkstanzgruppe Wartenberg Erinnerungen an die alte Heimat.

Tag der Heimat

„Hervorragende Leistung der Vertriebenen“

Erding – Vertreibung und Identität waren die beherrschenden Themen beim Tag der Heimat in Erding. Der fand allerdings nur wenig Zuspruch.

Mit dem Tag der Heimat gedenken die Vertriebenen ihrer Herkunft und Kultur. Dass sie im Landkreis eine Bereicherung darstellen, hob Schirmherr und Landrat Martin Bayerstorfer hervor. Aber nur rund 35 Besucher fanden sich im Fischer’s Seniorenzentrum ein. Vertreten waren zwar alle Verbände, angefangen von der Sudetendeutschen Landsmannschaft, über Schlesien und Oberschlesien, sowie Karlsbach und Eger, doch der Saal war bestenfalls halb gefüllt. Geschuldet dem „biologisch bedingten Mitgliederschwund“, wie es Festredner Christian Kuznik, Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, später erklärte.

Flucht und Vertreibung, so erklärte Bayerstorfer in seinem Grußwort, „gehören zum Schlimmsten, was einem Menschen passieren kann“. Die Vertriebenen aus dem 2. Weltkrieg hätten jedoch im Landkreis hervorragend gewirkt. Ohne ihre Leistung würde man nicht so gut dastehen. Hierfür dankte er ausdrücklich und lobte die Erinnerung durch diesen Tag der Heimat.

Festredner Kuznik stellte sein Referat unter drei Gesichtspunkte, wobei der erste die Frage nach der Heimat war. „Ein besonderes Gut“, laut Kuznik, erlebe man doch dort die Sozialisation und den Spracherwerb. Mit der Heimat sei es jedoch so wie mit der Gesundheit: „So lange man sie hat, weiß man ihren Wert nicht richtig einzuschätzen.“

Unter dem Stichwort „Identität schützen – Menschenrechte achten“, das Motto für den Tag der Heimat, betonte er, dass es gegen die Würde des Menschen gerichtet sei, Vertreibung zu fordern oder zu rechtfertigen. Hierzu wolle auch die Bundesregierung die Identität schützen, indem „sie neuerdings fordert, Deutschland solle Deutschland bleiben“. Im dritten Punkt seiner Rede fand der Landesvorsitzende Zeichen von außen für eine positive Haltung gegenüber den Vertrieben. Beispiele seien Rumänien, Ungarn und andere Baltikumländer. Allerdings klagte er im Hinblick auf die derzeitige Situation der Flüchtlinge, dass „überall immer jede Vertreibung verurteilt“ werde – nur die der Deutschen eben nicht immer als Verbrechen.

Den Abschluss bildete der Volkstrachtenverein Wartenberg, mit den „Holzfällerbuam“, sowie themengerecht mit Sternpolka und traditionellen Tänzen aus der alten Heimat.

Von Gert Seidel

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