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Drei Generationen Schulleiter an der Herzog-Tassilo-Realschule: der neue Rektor Tobias Schiller (M.) mit Günther Meier (2003-2010/l.) und Michael Altmann (bis 2019).

Neugeborene bestimmt den Zeitplan

Herzog-Tassilo-Realschule hat einen neuen Leiter: Tobias Schiller

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Seit August leitet Tobias Schiller (36) die Realschule. Jetzt, nachdem seine Tochter im Dezember auf die Welt kam, wurde er endlich offiziell ins Amt eingeführt.

Erding – Exakt 197 Tage nach seinem ersten Tag als Leiter der Herzog-Tassilo-Realschule Erding ist Tobias Schiller am Dienstagnachmittag offiziell ins Amt eingeführt worden. Der Grund dafür ist noch sehr klein: Es ist seine Tochter, die Anfang Dezember das Licht der Welt erblickt hat. Dieses Datum wollte Schiller abwarten. Das verwundert insofern, als er es sonst offensichtlich recht eilig hat: Mit gerade einmal 36 Jahren ist der Münchner einer der jüngsten Schulleiter Bayerns. Dabei kann er schon auf eine illustre Vita zurückblicken.

Die stellte beim Festakt Wilhelm Kürzeder, Ministerialbeauftragter für die Realschulen in Oberbayern Ost, vor. Schiller studierte Mathematik und Physik. Seine ersten Erfahrungen als Lehrer sammelte er an der staatlichen Realschule München III. Danach wechselte er ans Bildungsinstitut ISB, wo er nicht nur für Mathematik an den Realschulen zuständig war, sondern auch Leiter des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichs.

Viele Zwischenstationen

2013 wechselte Schiller ans Kultusministerium, wo er unter anderem für die zentrale Planung der Abschlussprüfungen, für Rechtsfragen sowie die Zulassung neuer Schulbücher verantwortlich zeichnete. Im April 2018 wechselte er in die Pressestelle des Ministeriums, ehe er im Oktober desselben Jahres stellvertretender Leiter der Realschule München III wurde. Seit August ist er Chef in Erding. Er folgt auf Michael Altmann, der bis 2019 neun Jahre hier gewirkt hatte.

Kürzeder würdigte die Herzog-Tassilo-Realschule als eine „hervorragend aufgestellte“ Einrichtung. Es sei eine „Schule mit Renommee und gediegenem Profil“. Sie müsse sich aber einer Berufswelt im Wandel anpassen, vor allem bei der Digitalisierung. Aufgabe der Schule sei es nicht zuletzt, den richtigen Umgang mit den (sozialen) Medien zu vermitteln.

300 000 Euro fließen heuer von Stadt in die Schule

Vize-Landrat Jakob Schwimmer versicherte Schiller, er werde im Landratsamt immer „weit weit offene Türen“ vorfinden. 2019 seien 100 000 Euro in den Unterhalt der Tassilo-Realschule geflossen, heuer seien 300 000 Euro vorgesehen.

Oberbürgermeister Max Gotz lobte das Kultusministerium für die Entscheidung, Schiller nach Erding versetzt zu haben. Er wünsche sich, dass die Schule weiterhin in die Stadt und den Landkreis hineinwirke, etwa im Rahmen von Kunstprojekten. Alfredo Gröppmair vom Elternbeirat lobte die „Visionen und den frischen Wind“, den Schiller mitgebracht habe.

Auch Schillers Eltern sind Lehrer

Der neue Rektor selbst erhielt den Schlüssel erst, als er bei einem lustigen Quiz auf der Bühne Fragen zu Erding und der Schule beantwortet hatte. Er bedankte sich bei der ganzen Schulfamilie. „Obwohl ich viel Neues eingeführt habe, hat niemand gemurrt: ,Das haben wir immer schon so gemacht.‘“ Schiller will unter anderem ein Maifest und einen Christkindlmarkt etablieren.

Unter den Gästen waren nicht nur zahlreiche Schulleiterkollegen, sondern auch Schillers Frau und seine Eltern, wie er Lehrer. Und natürlich durfte das erst wenige Wochen alte Töchterlein nicht fehlen, die ja den gesamten Zeitplan diktiert hatte. Allerdings verschlief die Kleine den Festakt für ihren Papa ganz brav. 

Hans Moritz

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