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Herzog-Tassilo-Realschule

HTRS: Auf dem Weg zur Inklusion

Die Herzog-Tassilo-Realschule Erding besuchen aktuell sieben Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Jetzt hat die Schule offiziell das Schulprofil Inklusion beantragt – als vierte Schule im Landkreis.

Erding– Inklusion in der Schule ist der weitestgehende Ansatz, Kinder gemeinsam zu unterrichten – unabhängig davon, ob sie einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben oder nicht. Jetzt hat sich die Herzog-Tassilo-Realschule auf den Weg gemacht, eine inklusive Schule zu werden, um sich dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu stellen. Sie ist nach der Grundschule am Grünen Markt, der Grundschule Dorfen-Nord und der Mittelschule Taufkirchen die vierte Schule im Landkreis, die dieses Profil beim Kultusministerium beantragt. Dem hat nun der Landkreis als Sachaufwandsträger zugestimmt.

„An unserer Schule beruht der Umgang miteinander auf Wertschätzung und gegenseitigem Respekt“, heißt es in dem Konzept, das die Realschule erarbeitet hat. Mit dem Schulprofil Inklusion will sie „einen weiteren Meilenstein der Schulentwicklung beschreiten“.

Die Einrichtung schildert zudem ihre bisherigen Erfahrungen mit Inklusion. So besuchen im laufenden Schuljahr sieben Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf die Staatliche Realschule. In den Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben befindet sich jeweils ein Schüler mit Autismus. Sie werden von je einer Schulbegleitung unterstützt. Durch den gemeinsamen Unterricht „gelangen immer wieder viele Mitschüler zu der Einsicht, dass jeder Mensch neben seinen individuellen Schwächen auch ganz besondere Stärken hat“.

Drei weitere Schüler mit Autismus, aber ohne Schulbegleitung, besuchen die siebte, neunte und zehnte Klasse. Sie hätten in den vergangenen Jahren von den starken Klassengemeinschaften, die auch auf den frühzeitigen offenen Umgang mit dem Thema Autismus zurückzuführen sind, sehr profitiert.

Eine weitere Schülerin ist hörgeschädigt und verfolgt die Ausführungen der Lehrkräfte dank eines Mikrofons, das direkt auf ihr Hörgerät geschaltet ist. Hier wird im Unterricht besonders auf Visuelles gesetzt.

„Inklusion bedeutet für uns generell, den Schülern, die aufgrund einer Schwäche eigentlich Probleme in der Regelschule hätten, die Möglichkeit zu geben, den Realschulabschluss zu erwerben“, erklärt die Schule in ihrem Konzept.

Dafür hat sie nicht nur Sozialarbeiter, sondern auch eigene Räume, in denen sich die Inklusionsschüler mit ihrer Schulbegleitung zurückziehen können, um sich nach einer kurzen Erholungsphase dem Unterricht wieder in ihrem eigenen Lerntempo zu widmen. Daneben besteht ständiger Austausch zwischen Lehrern, Schulbegleitern, Klassenleitung und Eltern. Die gesamte Schulgemeinschaft sei in den Prozess eingebunden, zudem plane man fürs kommende Schuljahr in enger Zusammenarbeit mit dem Schulamt eine intensive Kooperation mit der Inklusionsgrundschule am Grünen Markt.

Aktuell besuchen die Realschule 653 Buben und 154 Mädchen in 33 Klassen. Ausgelegt ist die Schule auf maximal 40 Klassen. Im kommenden Schuljahr wird mit 32 geplant, weshalb eine ausreichende Raumsituation erwartet werde. Räumliche Umbauten wären für das Schulprofil Inklusion nicht nötig.

Das betonte in der Sitzung auch der stellvertretende Schulleiter Gerd Neubert: „Aktuell ist es für den Landkreis kostenneutral.“ Die Schule verfüge über einen Aufzug, jedoch erwarte man zumindest fürs kommende Schuljahr keine Schüler mit körperlichen Beeinträchtigungen, die bauliche Veränderungen nötig machten.

Auf Nachfrage von Ulla Dieckmann (SPD) erklärte Neubert zudem, dass die Schule durch das Profil vier zusätzliche Lehrerstunden bekomme. Aktuell unterrichten dort 63 Lehrer, drei Studienreferendare im Einsatz und fünf Referendare im ersten Ausbildungsabschnitt.

Zum Schulprofil Inklusion erklärte Neubert allgemein: „Das heißt nicht, dass jetzt alle Kinder mit Inklusionsbedarf zu uns kommen, sondern, dass wir einen Plan haben, wie wir mit diesen Kindern umgehen und auch andere Realschulen beraten können.“

Rubriklistenbild: © dpa / Uwe Anspach

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