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Mit Eisenketten an den Füßen im Kellerverließ: So wurden Hexen vor 400 Jahren gefangen gehalten. In Erding spielte Maila die Szene für den Dokumentarfilm von Klaus Bichlmeier nach.

Dokumentarfilmer Klaus Bichlmeier 

Hexenjagd in Erding

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Erding/München – Hexen in Erding? Dieser Frage geht Filmautor Klaus Bichlmeier nach. Die Dreharbeiten führten ihn auch in ein finsteres Kellergewölbe.

Geheimnisvolles geschieht in Bayern: Frauen mit weiten Röcken und langen Haaren heulen grässlich um eine Feuerstelle. Mit Fackeln tanzen sie und beschwören bei Sonnenuntergang die dunklen Mächte und Dämonen. Hexen beim Tanz mit dem Teufel. „So könnte es gewesen sein“, meint der Münchner Filmautor Klaus Bichlmeier. Für seinen Film „Zeitreise München“ fand er perg Zufall an der Landshuter Straße in Erding ein altes Haus mit einem noch älteren Kellergewölbe. Ideal für die Dreharbeiten.

„Als ich da reinging, schlug mir ein moderiger Geruch entgegen. Wie ich die angelehnte Kellertür öffnen wollte, krachte sie auf den steinigen Boden. Mir lief es kalt den Buckel runter“, erzählt er von den Filmaufnahmen. Der Gruselkeller ist für ihn ein idealer Drehort, um die Gegebenheiten des 16. Jahrhunderts vor der Kamera wiederzugeben.

Angeklagte Hexen wurden damals bis zur Verurteilung in Gefängnissen angekettet. Es war die Zeit vor 1600, als man die so genannten Hexen verfolgte. In Erding ist das nicht das erste Mal ein Thema: Die Volksspielgruppe Altenerding hat ihm schon vor Jahren das Stück „Der Hexenjäger“ gewidmet.

Es war nicht leicht für Bichlmeier, ein Hexenweib zu finden, das sich auf dem nasskalten Boden im Keller für Filmaufnahmen zur Verfügung stellt. Schließlich konnte er eine Frau überzeugen, die mitspielte. Es ist Maila, sie lebt in Neufinsing und arbeitet in Erding.

Bichlmeiers Hexen-Film ist Bestandteil von „Zeitreise München 3“. Premiere wird am 20. November gefeiert, zum Fünfjährigen des Dauerbrenners „Zeitreise München 1“. „Der Film wird im Dezember auch in Erding gezeigt“, kündigt Bichlmeier an.

von Gabi Zierz

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