Ein großer Tag (v. l.): Peter Dötschel von der Arbeitsagentur, Albert Wittmann, Geschäftsführer der Isar Sempt Werkstätten, und die Berufsbildungsfachkräfte Rita Spitzweck und Johann Scheuchenpflug (r.) freuen sich zusammen mit den Absolventen über die abgeschlossene Berufsbildung. Ihre Zertifikate bekamen (v. l.) Kevin Hameister, Franziska Triembacher, Anna Daschner, Heinz Radlinger, Ines Mayer, Antje Szeles, Sabrina Taubmann, Maximilian Geiger und Franz-Peter Friedrich. foto: adam

Isar Sempt Werkstätten

Hier wird sogar für BMW gearbeitet

Erding - Die Kundenliste ist prominent. Sogar BMW lässt hier Teile fertigen. Zehn Menschen mit Behinderung werden so aufs Arbeitsleben vorbereitet.

 Zwei Jahre und drei Monate dauert die Berufsbildung der Isar Sempt Werkstätten. Menschen mit Behinderung werden dabei ins alltägliche Berufsleben eingeführt und integriert. Zehn Teilnehmer aus Erding und Freising haben die Zeit jetzt erfolgreich abgeschlossen.

Von der Metall- oder Holzbearbeitung über hauswirtschaftliche Tätigkeiten bis hin zur Arbeit im Textilbereich wirken die Teilnehmer je nach Wunsch und Fähigkeiten bei der Bearbeitung von Produktionsaufträgen unterschiedlichster Firmen mit. „Beispielsweise sind alle Auspuffaufhängungen der 3er BMW von unseren Mitarbeitern gefertigt“, erklärte Geschäftsführer Albert Wittmann bei der Abschlussfeier. Auch Kugelschreiber oder Zusatzteile für Polstermöbel werden beispielsweise in den Werkstätten hergestellt.

150 Personen sind in den Erdinger Räumen beschäftigt, 210 in Freising. Ihnen soll die Teilnahme am Arbeitsleben gesichert werden. „Jeder Mensch kann etwas“, sagt Wittmann. Es müsse lediglich der Arbeitsplatz an die Personen angepasst werden und nicht die Personen an den Arbeitsplatz. „Für unsere Mitarbeiter ist das mehr als ein Arbeitsraum. Sie haben hier ihre sozialen Kontakte.“ Besonders wichtig sei das Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. „Jeder braucht die Bestätigung, dass er etwas kann“, so Wittmann.

Erlernt werden nicht nur Arbeitsschritte und -techniken, auch auf ein selbstständiges Privatleben werden die Teilnehmer vorbereitet. Einen Tag pro Woche verbringen sie deshalb in Kleingruppen, in denen sie an Kursen wie Lebenspraxis teilnehmen. „Man erlernt das richtige Händewaschen, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und die Nutzung von neuen Medien“, erläutert Berufsbildungsfachkraft Rita Spitzweck.

Begleitet wird die Ausbildungszeit von regelmäßigen Praktika, wie Wittmann erklärt. „Einige unserer Absolventen kommen danach auf dem regulären Arbeitsmarkt unter, die anderen sind auf Dauer in unseren Werkstätten tätig.“ Mächtig stolz auf ihre Leistung waren bei der feierlichen Zertifikatübergabe auf jeden Fall alle Absolventen. Aus Erding konnten Anna Daschner, Franz-Peter Friedrich und Heinz Radlinger ihr Zertifikat übernehmen, aus Freising haben es Maximilian Geiger, Kevin Hameister, Ines Mayer, Wolfgang Sittenauer, Antje Szeles, Sabrina Taubmann und Franziska Triembacher erhalten.

von Julia Adam

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