Noch immer einige Störungen: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

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Kommt aus dem Wahnsinn nicht mehr raus: Kabarettistin Monika Gruber präsentierte ihr sechstes Solo-Programm in der Erdinger Stadthalle und erntete dafür viel Applaus. Im April gastiert die Bambi-Preisträgerin erneut in ihrer Heimatstadt. Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. 

Monika Gruber in der Stadthalle  

Hochbegabte Kinder und hilflose Politiker

1600 Zuschauer erlebten an den beiden vergangenen Abenden eine enthusiastische Monika Gruber in der Erdinger Stadthalle. Sie schimpfte in ihrem sechsten Solo-Programm über den Alltags-Wahnsinn, hatte aber auch Tipps gegen die allgemeine Hysterie parat.

Erding– Hilflose Politiker, die #MeToo-Kampagne, political correctness, überehrgeizige Eltern und fehlende Konstanten im Leben sind nur ein paar der Themen, die Monika Gruber wahnsinnig machen. An zwei Abenden wetterte die Star-Kabarettistin in der ausverkauften Stadthalle über den „Wahnsinn“ des Alltags und nahm dabei kein Blatt vor den Mund, getreu ihrem Motto: „Scheiß da nix, dann feid da nix“.

Mit tosendem Applaus begrüßte das Publikum die sympathische Erdingerin. „Jetzt haben wir uns schon lange nicht mehr gesehen“, stellte sie fest, „bei meinem letzten Programm fiel der Diesel noch nicht unters Waffengesetz, und die SPD war noch eine große Volkspartei“. Und schon war sie mittendrin in ihrem rasanten, zweistündigen Pointen-Feuerwerk, das ihr zugetanes Publikum mit Lachsalven und Szenenapplaus belohnte.

Auf die Frage eines Zuschauers „Frau Gruber, warum sprechen Sie so schnell?“ antwortete sie grinsend: „Vielleicht denken Sie zu langsam.“ Schlagfertigkeit ist eine ihrer großen Stärken, ebenso der Mut, das zu sagen, was andere vielleicht denken, sich aber nicht auszusprechen trauen. Denn: Der normale Menschenverstand sei der „Diktatur der Toleranz“ gewichen. Aus normal sei „ewig gestrig“ geworden. Sie selbst werde als konservativ-liberal Denkende in die rechte Ecke gedrängt. Das ärgere sie maßlos. „Seit 2015 habe ich Angst. Und wenn ich Angst habe, will ich ernst genommen werden“, forderte die 46-Jährige von den „hilflosen Politikern“ mit Blick auf die Flüchtlingswelle. Die Unterteilung der Gesellschaft in Gutmensch und Nazi gehe ihr auf die Nerven. Applaus brauste auf.

Die Erdingerin wunderte sich, dass man trotz aller political correctness noch „Führerschein“ und „Heilfasten“ sagen dürfe. Allerdings blieb manchem im Publikum das Lachen im Hals stecken, als sie meinte: „Mich wundert’s, dass die deutschen Fußballer noch aufs polnische Tor schießen dürfen.“ Hier hat sie die Grenze des guten Geschmacks überschritten.

Völlig hysterisch findet sie die hitzig geführte Debatte über die #MeToo-Kampagne. „Jetzt darf man als Mann einer Frau nicht einmal mehr nachpfeifen“, empörte sie sich. „Ich fahre deswegen extra nach Italien“, scherzte die adrette Blondine und stellte fest: „Wir Frauen sind keine Opfer!“ Sie spiele mit dem Gedanken, eine „Why-Not- Me-Kampagne“ zu gründen.

Und da gebe es noch was, was sie zur Außenseiterin mache: „Ich war noch nie in Therapie“, gestand sie. „Ja Gruaberin, bist du noch normal?“, werde sie schon mal von Freunden verwundert gefragt, wo doch „mein Burnout, mein Therapeut, mein hochbegabtes Kind“ die neuen Status-Symbole seien.

Der Überakademisierungs-Wahn regt die Gruberin auch in ihrem sechsten Solo-Programm auf. „Heutzutage reicht es als Qualifikation fürs Gymnasium ja schon, den Weg vom SUV der Mutter zum Klassenzimmer zu finden. Wenn sich der Schratz verläuft, gilt er als hochbegabt“, ärgerte sie sich kopfschüttelnd und flüsterte mit ernster Miene: „Ich trau mich kaum, es zu sagen, aber mein Neffe ist nicht auf dem Gymnasium.“ Doch sie freue sich schon jetzt auf den schönen Holztisch, den er ihr vielleicht mal schreinern werde, und brach damit eine Lanze fürs Handwerk. An eben solch einem Holztisch solle man sich öfter mal mit guten Freunden zusammensetzten, was Gutes essen, Feines trinken und zusammen lachen. „Schafft euch eure Oasen und bleibt ruhig trotz aller Hysterie. Traut euch, den Mund aufzumachen“, schärfte sie ihrem Publikum ein.

Zum Abschluss sang sie – trotz Erkältung – ihre Version von Frank Sinatras „My Way“ und entließ ihre Fans mit guten Wünschen in die Nacht. (Alexandra Anderka)

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