Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

Kommentar zum Wochenende

Hochwasserschutz: Hässlicher Streit unter Nachbarn

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Beim Hochwasserschutz kommt es ständig zu neuen Reibereien zwischen Wörth und Erding. Es ist ein Streit auf Kosten von Bürgern in Angst vor der nächsten Flut, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

Beim Hochwasserschutz für die Stadt Erding ist das Kind in den Brunnen gefallen. Das Verhältnis zwischen der Nachbargemeinde Wörth, deren Flächen für das Mammutprojekt erforderlich sind, und der Kreisstadt ist auf einem neuen Tiefpunkt.

Das haben beide Seiten zu verantworten – auf dem Rücken tausender Menschen, die erst vorige Woche wieder Angst haben mussten, nach dem Juni 2013 erneut kläglich abzusaufen. Viel hätte nicht gefehlt.

In der Tat ist es ein Unding, wenn sich die Bürgerinitiative von Niederwörth, die einen großen Damm verhindern will, trifft, ohne Vertreter aus Erding einzuladen. Das gilt umso mehr, als an dem Gespräch nicht nur die Spitze des Wasserwirtschaftsamtes, sondern auch Stimmkreisabgeordnete und Umweltministerin Ulrike Scharf teilgenommen haben. So dürfen Nachbarn nicht miteinander umgehen, schon gar nicht, wenn es um ein derart sensibles Thema geht.

Ganz unschuldig ist Erding aber auch nicht. Als die Planungen für den Hochwasserschutz begannen, hatten sich die Städter auf ein hohes Ross gesetzt und die kleinen Nachbarn düpiert.

Dabei scheint nun ein Kompromiss möglich: ein etwas kleinerer Damm und etwas mehr Renaturierung im Oberlauf. Es bewegt sich endlich was. Nicht zuletzt Ministerin Scharf braucht hier endlich Erfolge. Sonst droht sie im eigenen Stimmkreis mitten im Landtagswahlkampf in einen hässlichen Nachbarschaftsstreit gezogen zu werden.

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