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Überschwemmungsgefahr: Teile Erdings, hier der Westen der Stadt, sind unsicher. Eine Gefahr geht von den Gräben aus, die auf Erding zulaufen.

Hochwasserschutz für die Stadt Erding

Gotz: Gräben räumen allein reicht nicht

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Vier Jahre nach dem verheerenden Hochwasser geht Erding das nächste Schutzprojekt an. Die vor allem im Süden auf die Stadt zulaufenden Gräben sollen saniert und ertüchtigt werden. Dabei darf das Grundwasser nicht aus dem Blick geraten, warnt OB Max Gotz.

So schnell das Hochwasser im Juni 2013 die Stadt geflutet hat, so viel Geduld erfordert das Schutzprogramm. Der Freistaat will der Sempt den Schrecken nehmen – bekanntlich entweder mit einem großen Auffangbecken bei Niederwörth oder mit Mauern entlang des Flusses durch Altenerding und Langengeisling. Zudem wird soeben das Stadtwehr, das Sempt und Fehlbach trennt, erneuert.

Auch die Stadt ist in der Pflicht. Die Feuerwehren wurden bereits unmittelbar nach der Katastrophe aufgerüstet. Nun geht es ins Gelände. Denn die Kommune ist für die Gräben verantwortlich, die vor allem im Süden Erdings die Hänge hinab aufs Stadtgebiet zulaufen. Vor vier Jahren hatten sie – zur allgemeinen Überraschung – einen maßgeblichen Anteil an den immensen Schäden.

Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) hat jetzt angekündigt, dass man ein Ingenieurbüro gefunden habe, mit dem man nun das Schutzkapitel Gräbensicherung aufschlagen wolle. Im Gespräch mit unserer Zeitung gibt Gotz zu, „dass seit 2013 nicht alle Gräben geräumt wurden“. Um deren Pflege kümmern sich vorrangig eigene Verbände mit Mitgliedern vor allem aus der Landwirtschaft. Gotz stellt klar: „Die Räumung allein reicht nicht.“ Stattdessen sollen selbst an den kleinen Gewässern, die im Normalzustand trockenfallen können, Rententionsräume, sprich Flächen zur kontrollierten und gefahrlosen Überschwemmung, geschaffen werden.

Der OB strebt einen Unterhaltsplan an – mit dem Bauhof als zuständiger Institution. „Angesichts der Brisanz ist das Thema bei der öffentlichen Hand besser aufgehoben“, ist Gotz überzeugt.

Der städtische Hochwasserschutz besteht für den OB aber nicht nur aus den Gräben und einer gut ausgerüsteten Feuerwehr. „Wir dürfen die Grundwasserproblematik nicht aus dem Auge verlieren.“ Die Erhebungen mittels zahlreicher Messstellen an allen neuralgischen Punkten im Stadtgebiet laufen Gotz’ Angaben zufolge weiter, stehen aber vor dem Abschluss. „Eine Messperiode dauert mindestens ein Jahr.“

Der OB will „auf jeden Fall verhindern, dass das Grundwasser Neubaugebiete gefährdet“. Genauso wichtig ist ihm, dass die Anwohner etwa der Sandgrubensiedlung sicher sein können, dass eine Bebauung im Westen der tiefer liegenden Siedlung für sie nicht noch einmal eine Gefahr darstellt.

„Erst wenn wir das Grundwasser im Griff haben, können wie den Baustopp etwa auf dem Erdbeerfeld und an der Haager Straße Ost aufheben“, so der OB. Von Investoren möchte er sich nicht drängeln lassen.

Grundsätzlich müssten Bauherren umdenken: „Grundwassersicheres Bauen etwa mit abgedichteten Kellern ist möglich und sollte die Regel werden.“ Beim höher gelegten Kindergarten in Langengeisling „hat die Stadt bewiesen, dass das geht“.

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