Sándor Mohácsi bekommt als KlinikdirektorMillionen für die Medizintechnik.

Hohe Schulden für das Klinikum Erding

Wachstumsziel verfehlt

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Die vom damaligen Verwaltungsrat für 2018 sehr optimistisch angesetzte Steigerung der Patientenzahlen im Klinikum Erding ist nicht eingetreten. Mit einem Plus von acht Prozent hatte die Politik kalkuliert. Am Ende waren es aber nur 5,3 Prozent, immerhin deutlich mehr als das Jahresergebnis von 2017. Diese Zahlen nannte Klinikchef Sándor Mohácsi im Krankenhausausschuss.

Erding – Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) sagte unserer Zeitung: „Ich rechne für 2018 mit einem Fehlbetrag zwischen 2,8 und 2,9 Millionen Euro.“ Von diesem Schuldenberg soll die Einrichtung des Landkreises heuer langsam herunterkommen. Kalkuliert sind 2,4 Millionen Euro.

Bei der Kostenkontrolle schaut der Ausschuss sehr genau auf die Entwicklung der einzelnen Abteilungen. Mohácsi berichtete, dass Intensivmedizin, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie Gynäkologie & Geburtshilfe auf oder über Plan abgeschnitten hätten. Das Ziel knapp verpasst hätten Kardiologie & Pneumologie sowie Unfall- und Gefäßchirurgie. Deutlich unter dem Soll sind laut Klinikchef geblieben: Gastroenterologie, Hämatologie & Onkologie Dorfen, die Schmerzmedizin in Dorfen, Plastische & Ästethische Chirurgie sowie die Wirbelsäulenchirurgie.

Dennoch will der Ausschuss weiter in erheblichem Umfang in das Klinikum investieren. Bayerstorfer sprach von rund 1,2 Millionen Euro in 2019, davon 620 000 Euro allein im ersten Halbjahr (wir berichteten). Ein Augenmerk gilt dabei der Ausstattung der OP-Säle. Dazu erklärte Ärztlicher Direktor Privatdozent Dr. Lorenz Bott-Flügel: „Damit erreichen wir ein Niveau, auf dem wir die OPs ordnungsgemäß betreiben können.“ Er sagte aber auch: „Wir stoßen an die Grenze der baulichen Hülle.“ Das Haus sei aus den 70er Jahren, die Anforderungen an die Medizin hätten sich seither drastisch verändert. „Die jetzt geplanten Investitionen ändern nichts an der Gesamtproblematik.“ Bekanntlich wünschen sich die Ärzte nicht nur mehr OPs, sondern vor allem einen Hybrid-Operationssaal mit bildgebenden Verfahren.

Der von Mohácsi und Bayerstorfer vorgestellte Medizintechnik-Investitionsplan sieht bis 2024 jährliche Ausgaben in Millionenhöhe vor. Hinzu kommen Veränderungen im Haus selbst. Bayerstorfer kündigte ein großes Stühlerücken an, an dessen Ende vor allem die Notaufnahme mehr Platz erhalten soll, um Patienten zwischen ambulanter und stationärer Aufnahme schneller versorgen zu können. Durch den Auszug der Pflegeschulen ins benachbarte Bildungszentrum sind Kapazitäten geschaffen worden. Die Schmerzklinik wird aus dem dritten Stock ins Gartengeschoss/Südflügel umziehen und so der plastischen Chirurgie mehr Platz geben. Damit hat die Ambulanz zusätzliche Räume.

Die Unterbringung der vom Bezirk geplanten psychiatrischen Tagesklinik im Haus selbst wird laut Landrat schwierig. Denkbar sei für die Ansiedelung ein Umzug des angegliederten Medizinischen Versorgungszentrums ein Stockwerk tiefer. Die Verwaltung hingegen muss das Personalwohngebäude verlassen, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Mohácsi freute sich, dass die Personalausstattung der Notaufnahme in acht Jahren habe verdoppelt werden können – auf heuer fünf Arzt- und 19,3 Pflegestellen.

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