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Etwa 40 Bürger bzw. Vereinsvertreter sind am Freitagabend ins Wendlandhaus in Hohenlinden gekommen, um sich von Initiator Alois Fruth (li.) über die Organisation der Typisierungsaktion informieren zu lassen. 

Kampf gegen Leukämie

Typisierungsaktion für schwer kranke Julia (14) - die Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“

Alles, was möglich ist, wollen Menschen aus Hohenlinden und Umgebung für die an Leukämie erkrankte Julia (14) auf die Beine stellen. Als nächstes eine Typisierungsaktion.

Hohenlinden Dass eine Gemeinde nicht nur gemeinsam feiern, sondern in einer Notlage auch zusammen halten kann, bewies eine spontan anberaumte Versammlung im Hohenlindener Wendlandhaus. Dazu eingeladen hatte Alois Fruth aus Isen (Kreis Erding), Vorsitzender der Elterninitiative Intern 3, gekommen waren rund 40 Besucher aus Hohenlinden und der näheren Umgebung. Das Ziel des Treffens: Für die an Leukämie (Blutkrebs) erkrankte 14-jährige Julia einen passenden Stammzellen-Spender zu finden. 

Typisierungsaktion in der Wendlandhalle Hohenlinden

Dazu wird es am 11. August eine sogenannte Typisierungsaktion geben. „Wir suchen die berühmte Nadel im Heuhaufen“, eröffnete Fruth das Treffen, „wir versuchen, über eine Typisierung einen geeigneten Spender zu finden, der oder die eine identische DNA aufweist wie Julia. Schließlich hat jeder von uns ein DNA-Double irgendwo auf der Welt, das mit Stammzellen aus seinem Knochenmark einem Leukämie-Erkrankten helfen kann. Lebender Beweis dafür ist mein eigener Sohn Timo: Er hatte den gleichen Schicksalsweg zu gehen, ist heute 14 Jahre alt und erfreut sich mittlerweile guter Gesundheit“.

Lesen Sie auch: Eintragen in die DKMS-Spenderkartei: Mit einer großen Typisierungsaktion in Hohenlinden, soll Julias (14) Leben gerettet werden. Das Mädchen ist an Leukämie erkrankt.

Typisierung in Hohenlinden: Zahlreiche Vereine wollen mithelfen

Diese Worte beeindruckten das Publikum im Saal, vorwiegend Mitglieder aus verschiedenen Ortsvereinen. Viele von ihnen haben sich bereits einmal typisieren und in eine weltweite Kartei elektronisch registrieren lassen. „Weil wir für eine Typisierungsaktion viele Helfer benötigen, haben wir uns heute getroffen, um die diversen Arbeiten zu verteilen“, erläuterte Alois Fruth. Schließlich sollen auch Essen und Getränke beim Termin angeboten werden.

Aktion „Eltern helfen krebskranken Kindern“

Fruth gehört der Aktion „Eltern helfen krebskranken Kindern“ an, er kümmert sich um Patienten, die wie Julia im Haunerschen Kinderspital in München um ihr Leben kämpfen. Auch bei Julia, so erzählt Fruth, habe eine Chemotherapie nicht angeschlagen, daher bleibe jetzt nur noch eine Stammzellen-Spende. Werde eine passende gefunden, die von den bestehenden Zellen nicht abgestoßen wird, könne sich das Immunsystem von Julia wieder erholen Dann habe die 14-Jährige die Chance auf ein gesundes, normales Weiterleben.

Hohenlinden: Hoffen auf ein Wunder für Julia (14)

„An dieser Typisierungsaktion, die am 11. August von 11 bis 16 Uhr in der Wendlandhalle stattfindet, können gesunde Personen im Alter von 17 bis 55 Jahren teilnehmen. Über eine Speichel-Probe lässt sich relativ schnell feststellen, ob die Eiweiß-Partikel im Blut der Testpersonen zu denen von Julia passen“, erklärte Fruth in der Infoveranstaltung. Allerdings koste jede Spenden-Untersuchung 35 Euro, „und so freuen wir uns natürlich auch über Spenden“, so der Initiator. Am Tag der Aktion werde er zusätzlich von zwei Mitgliedern der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) unterstützt.

Typisierungsaktion für Julia: Unterstützung durch die DKMS

Viel Geld hatten am Infoabend bereits zwei Vertreterinnen der Mädchen-Realschule Heilig Blut aus Erding mitgebracht, die auch Julia besucht. Sie wäre jetzt eigentlich in der achten Klasse, doch ihre Krankheit zwang sie zu einer unfreiwilligen Pause. Anne Hartling, Schulpsychologin an der Mädchen-Realschule: „Wir haben, als wir von Julias Schicksal gehört haben, uns sofort mit ihrer Mutter in Verbindung gesetzt. Außerdem haben wir eine Durchsage in der Schule veranlasst, die eine unglaublich positive Resonanz ausgelöst hat – schon nach nur drei Tagen hatten wir 4500 Euro Spenden zusammen“.

Hohenlinden: Mitschülerinnen sammeln Geld für Typisierung

Jetzt überreichten die Julias Mitschülerinnen zusammen mit Lehrerin Susanne Wastl einen Scheck über sogar 6600 Euro. Wastl: „Durch weitere Aktionen ihrer Schulkameradinnen soll aber noch mehr Geld zusammen kommen, und ich habe mich bereit erklärt, den Individual-Unterricht für Julia im Fach Englisch zu übernehmen, sobald sie wieder zu Hause sein kann.“ Bei so viel Zuspruch bleibe jetzt nur noch zu hoffen, dass sich ein geeigneter Knochenmarkspender für das kranke Mädchen findet.

Weitere Infos über die Eltern-Krebshilfe unter www.eltern-intern3.de.

Friedbert Holz

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