An der Drehbank wurden die jungen Lehrlinge in der vor 50 Jahren gegründeten Lehrwerkstatt am Erdinger Fliegerhorst ausgebildet.
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An der Drehbank wurden die jungen Lehrlinge in der vor 50 Jahren gegründeten Lehrwerkstatt am Erdinger Fliegerhorst ausgebildet. foto: fkn

In der Holzbaracke fing die Karriere an

Erding - In einer mit Bitumen gedeckten Holzbaracke starteten am 1. September 1960 27 junge Menschen ihre Lehre am Fliegerhorst in Erding. Heuer wird die Ausbildungswerkstatt 50 Jahre alt.

In den Berufen Flugzeugmechaniker, Flugtriebwerkmechaniker und Elektromechaniker wurden sie ausgebildet. Damit begann auch die Geschichte der ersten und bis heute größten Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr.

Gefeiert wird dieses Ereignis heute mit einem großen Empfang im Lehrdock am Fliegerhorst. Für morgen, Samstag, ist die Ausbilddungswerkstatt zwischen 9.30 Uhr und 15 Uhr für Interessierte und Berufseinsteiger geöffnet. Beim Tag der offenen Tür stellt sich die Einrichtung vor und bietet jede Menge Informationen für künftige Auszubildende.

Ins Leben gerufen wurde die Ausbildungswerkstatt durch einen Erlass des Verteidigungsministeriums, um qualifizierten technischen Nachwuchs für militärische Unterführer zu gewinnen. Daneben sollten auch Kinder von Bundeswehrangehörigen die Möglichkeit bekommen, einen Lehrberuf zu erlernen. Dabei ist es bis heute geblieben - mit nur einem Unterschied: Die Absolventen werden zunehmend und gerne von zivilen Arbeitgebern wie Fluggesellschaften oder Konzernen wie MTU übernommen.

Erster Ausbildungsleiter war Franz Schrettinger, der allerdings 1961 als Lehrer an die Berufsschule wechselte. Sein Nachfolger war bis 1969 Josef Plener. 20 Jahre, bis zum 1. Oktober 1989, leitete Balthasar Scherzl die Ausbildung und wurde zum Abschied für seine Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Ihm folgte für drei Jahre Manfred Pannewig und zum 1. Mai 1992 kam der jetzige Ausbildungsleiter Martin Deutinger.

Ein Meilenstein in der Geschichte war die Eröffnung des Lehrdocks im April 1972. Hier konnten die Azubis unter anderem an einem Starfighter F-104 ihre praktische Ausbildung absolvieren. Geschichte schrieb auch Ingeborg Betzenbichler. Sie war 1980 die erste weibliche Auszubildende am Fliegerhorst und wurde Flugtriebwerkmechanikerin. Seitdem standen gut 50 junge Frauen an den Drehbänken und erlernten einen technischen Beruf. Insgesamt sind es mehr als 1400 Auszubildende, die am Fliegerhort den Einstieg ins Berufsleben fanden.

1976 und 1999 stellten sich die Verantwortlichen auch gesellschaftlichen Herausforderungen, da in jenen Jahren Ausbildungsplätze knapp waren. Das Angebot wurde um 20 Prozent erhöht, um mehr jungen Menschen die Chance zu bieten.

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