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Baulandpreise: Holzland wird teurer, Erding stagniert

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Von: Timo Aichele

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Störende Bauarbeiten sind laut Verordnung in Bad Wiessee vor 8 Uhr und zwischen 13 und 14 Uhr nicht erlaubt. Die Mittagsruhe halten viele für nicht mehr zeitgemäß.
Der Traum vom Eigenheim ist bei den aktuellen Baulandpreisen für viele unerfüllbar. (Symbolbild) © Archiv thomas Plettenberg

Das Landratsamt hat die neuen Bodenrichtwerte veröffentlicht. Demnach sind die Baulandpreise im Landkreis Erding im Jahr 2021 um weniger als zehn Prozent gestiegen. In teuren Lagen war kaum Bewegung zu beobachten. Stärkere Teuerungen gab es dafür teils auf dem Land.

Erding – Die neuen Bodenrichtwerte für den Landkreis Erding zeigen ein überraschendes Bild. „In einigen Gemeinden und sogar in Erding blieben die Preise größtenteils konstant. In Erding wurden lediglich die gewerblichen Preise sowie Langengeisling minimal angepasst“, teilt das Landratsamt in einer Presseerklärung mit.

In hochpreisigen Lagen sei im vergangenen Jahr kaum oder gar keine Steigerung zu verzeichnen gewesen, schreibt Karin Fuchs-Weber, Leiterin des Büros Landrat. In Gebieten mit niedrigem Niveau seien die Preise durchaus noch nach oben gegangen. Die Holzlandgemeinden mussten daher die deutlichste Teuerung hinnehmen.

Die durchschnittliche Wertsteigerung im Landkreis liegt nach der Auswertung des Gutachterausschusses am Landratsamt bei unter zehn Prozent. In Steinkirchen sind die Baulandpreise dagegen um 50 Prozent gestiegen, in Eitting um 33 Prozent, gefolgt von Hohenpolding mit 28,6 Prozent.

Für Einfamilien- und Reihenhäuser in „Erding Mitte“ liegt der aktuelle Bodenrichtwert nun bei 1800 Euro pro Quadratmeter. Neuerdings mit angegeben wird hier die wertrelevante Geschossflächenzahl (WGFZ). Beim Wert von 0,5 darf durchschnittlich halb so viele Geschossfläche errichtet werden wie das Grundstück groß ist. Für Geschosswohnungsbau mit einer WGFZ von 1,0 liegt der Preis in diesem Bereich bei 2200 Euro.

Weitere Beispiele sind Dorfen 1000 Euro (WGFZ 0,5) oder Taufkirchen 600 Euro, hier wurden allerdings am Kellerberg 680 Euro verlangt. In Isen war der Baugrund im Jahr 2021 im Durchschnitt 850 Euro teuer, in Wartenberg 600 Euro, im kleineren, aber näher am Flughafen gelegenen Berglern 700 Euro. In Finsing und Forstern wurden 1100 Euro sowie in Moosinning 1200 Euro verlangt.

Die Bodenrichtwerte wurden anhand der Verkäufe des Jahres 2021 festgesetzt. Ausgewertet wurden dafür Daten aus 1022 notariell beurkundeten Grundstücksverkäufen, teilt Fuchs-Weber auf Nachfrage mit. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken. 2020 waren es noch 1046 Verkäufe und 1173 im Jahr 2019. Für landwirtschaftliche Grundstücke wurden aus den Verkäufen des Jahres 2021 Durchschnittswerte gebildet.

Erstmalig hat der Erdinger Gutachterauschuss Bodenrichtwerte für den Außenbereich ermittelt. Sie werden vor allem bei Übergaben auf die nächste Generation zum Tragen kommen. In einigen Gemeinden wurden diese Werte zweigeteilt. Dies ergibt sich im östlichen Landkreis durch die geografischen Strukturen und im Westen wegen der Immissionen vom Flughafen.

Die Bodenrichtwerte werden von den Städten und Gemeinden einen Monat lang öffentlich ausgelegt. Jeder Bürger hat so die Möglichkeit, sich vor Ort kostenlos zu informieren. Wer jedoch den Zeitpunkt der Auslegung verpasst hat, oder eine schriftliche Bestätigung des Bodenrichtwerts benötigt, hat ab August die Möglichkeit, ihn über das Portal Boris-Bayern kostenpflichtig abzurufen. Bei dieser Abfrage ist auch ein Planausschnitt enthalten. Die landwirtschaftlichen Durchschnittswerte sind weiterhin direkt beim Gutachterausschuss anzufordern. Die kompletten Bodenrichtwerte können gegen eine Gebühr in Höhe von 150 Euro beim Landratsamt Erding erworben werden.

Der Stichtag für die Ermittlung der Bodenrichtwerte war der 1. Januar 2022, eine Neuauflage gibt es am 1. Januar 2024. Allen widersprüchlichen Aussagen zum Trotz werden die Richtwerte in Bayern nicht für die Neuberechnung der Grundsteuer benötigt. Hier sind Grundstücksgröße beziehungsweise Wohnfläche relevant.

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