Nachruf

Horst Sturm: Trauer um den Vater des modernen Klinikums

Erding – Sein Name ist eng mit der Entwicklung einer modernen Krankenhausversorgung des Landkreises Erding verbunden. Er gilt als Vater des heutigen modernen Klinikums. Am Dienstag ist der langjährige Verwaltungsleiter Horst Sturm nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Der Erdinger wurde 76 Jahre alt.

Geboren wurde Sturm am Silvestertag 1939 in Karlsbad – in den aufziehenden Zweiten Weltkrieg. Der Weg führte ihn früh gen Westen. 1959 trat Sturm im Alter von 19 Jahren seinen Dienst beim Landratsamt Erding an. Dazwischen leistete er seinen Wehrdienst ab, nach dem er wiederum zur Kreisverwaltung zurückkehrte.

Im April 1968 kam Sturm ans Erdinger Krankenhaus, rasch wurde er Chef der Verwaltung. Nur ein Jahr später ging auch die Klinik in Dorfen in die Zuständigkeit des Landkreises über. Kurz darauf fiel der Beschluss, das Gebäude an der Krankenhausstraße (heutiges Landratsamt) aufzugeben, um an der Bajuwarenstraße auf Altenerdinger Flur eine neue Klinik zu bauen. Anfang der 70er Jahre nahm das neue Kreiskrankenhaus seinen Betrieb auf. Mann der ersten Stunde und über Jahrzehnte Motor und Begleiter der Entwicklung war Sturm. Er überzeugte die Politik, in Erding mehr anzubieten als die Grund- und Regelversorgung. In der Tat ist das Klinikum heute ein Haus der gehobenen Ausstattung. Unter anderem der Aufbau der Abteilungen für Gefäßchirurgie (weit über die Region hinaus bekannt) und für Pneumologie (Lungenheilkunde) geht auf Sturm zurück. Der hatte dafür Prof. Dr. Hans Peter Emslander nach Erding geholt. Der populäre Mediziner war bis zur seiner Verrentung Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin.

Emslander und andere Kollegen haben Sturm als geradlinigen Verwaltungschef erlebt, der hoch engagiert war und „mit dem man sich auch vortrefflich streiten konnte“, wie sich einer seiner Weggefährten erinnert. Allerdings sei Sturm „nie nachtragend, dafür stets an der Sache orientiert gewesen“.

2001 ging Sturm in den Ruhestand, der offizielle Wechsel fand erst 2003 statt. In seiner Freizeit reiste und gartelte er gern. Vor einem Jahr feierte er mit Gattin Helga Goldene Hochzeit. Sie hinterlässt er ebenso wie die Kinder Robert und Anke, die ihm vier Enkel schenkten. Engagiert war Sturm auch in der Chorgemeinschaft Altenerding, der er 1970 beigetreten und in der er 46 Jahre lang aktiv war – mit seinem tiefen Bass, aber auch mit Geselligkeit und viel Humor.

Hans Moritz

Abschied

Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am morgigen Samstag um 10 Uhr in der Pfarrkirche Altenerding.

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