Bitte lächeln für den Screenshot: Ulrike Scharf (unten, l.) traf sich mit Ausbildern und Auszubildenden des Hotels Victory in der Therme Erding. Sie alle sind im Homeoffice, auch wenn das Hintergrundbild von Dualstudent Florian Nowack (oben, M.) und Hotelmanager Jens Bernitzky (oben, r.) etwas anderes vermuten lässt.
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Bitte lächeln für den Screenshot: Ulrike Scharf (unten, l.) traf sich mit Ausbildern und Auszubildenden des Hotels Victory in der Therme Erding. Sie alle sind im Homeoffice, auch wenn das Hintergrundbild von Dualstudent Florian Nowack (oben, M.) und Hotelmanager Jens Bernitzky (oben, r.) etwas anderes vermuten lässt.

Nur Berufsschulunterricht und Online-Meetings möglich – Erfahrungen aus dem Hotel Victory

Erding: Hotel-Azubis hängen zu Hause fest

Hotel-Azubis trifft die Corona-Pandemie hart. Denn Beherbergungsbetriebe sind seit Monaten im Lockdown, und das nicht zum ersten Mal. Einer davon ist das Hotel Victory an der Therme Erding.

Erding – „Der Lockdown crasht unsere Ausbildung ordentlich.“ Mit diesem Satz fasste Felix Permann die aktuellen Probleme der Azubis im Hotel Victory in der Therme Erding zusammen. Anlass war eine Videoschalte zwischen den Lehrlingen und ihren Ausbildern mit der CSU-Landtagsabgeordneten Ulrike Scharf, die diese zur dritten bayernweite Aus- und Weiterbildungswoche initiiert hatte.

„Mich würde interessieren, wie Sie überhaupt zu diesem Berufsbild gekommen sind? Es gibt ja eine Flut an Berufen. Wie findet man da seinen Platz, seinen Beruf?“, fragte Scharf zu Beginn der Runde. Bei den Azubis im Hotel Victory war die Ausgangslage zumindest bei den fünf teilnehmenden Lehrlingen ziemlich ähnlich: Bei einem Schulpraktikum waren sie begeistert vom familiären Klima im Victory-Team und entschieden sich zu bleiben.

Wie Hotelmanager Jens Bernitzky erklärte, bildet das Hotel derzeit 18 junge Menschen aus, 17 Auszubildende und ein dualer Student. Bei einem wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Betrieb ist das keine leichte Aufgabe. „Unsere Azubis sind zuhause“, sagte Ausbilderin Nicola Ewald. Die Theorie finde derzeit nur in der Berufsschule statt, die Praxis fehle komplett. „Wir haben regelmäßig Zoom-Meetings, um uns auszutauschen, aber praktisch können wir nichts machen“, bedauert Ewald. Ein digitaler Austausch sei ohnehin nicht vergleichbar mit dem persönlichen Kontakt.

Dazu hatte sie einen konkreten Lösungsvorschlag: „Wir haben im Moment eh keine Gäste. Vielleicht kann uns die Regierung Schnelltests zur Verfügung stellen, damit wir die Azubis reinholen. So könnten wir mit Rollenspielen praktische Lerninhalte vermitteln.“

Dieses Konzept kam im ersten Corona-Lockdown auch schon zum Einsatz, wie Bernitzky ausführte: „Das haben wir vor den praktischen Prüfungen gemacht, damit die Azubis noch mal üben können. Die Ausbilder spielen dann den Gast und setzen sich ins Restaurant oder führen ein Verkaufsgespräch.“ Bei den Azubis sei das nicht ganz so beliebt, aber es helfe.

Doch das Interesse an Hotel- oder Gastonomieberufen nehme ab, hat Bernitzky festgestellt. „Es ist wichtig, dass die Politik möglichst schnell Szenarien erarbeitet, damit wir unsere Mitarbeiter bei Laune halten und auch neue Menschen für unsere Branche begeistern können.“ Dass es eine Normalität nicht so schnell geben wird, sei ihm klar, „deshalb müssen wir neue Konzepte entwickeln und schauen, was wie möglich ist.“ MAYLS MAJURANI

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